Seit Wochen hab ich diesen Urlaub geplant. Meine Freundin Karolina ist aus London zu Besuch gekommen und gemeinsam haben wir eine Rundreise auf der Südinsel gemacht. Sie ist gestern weiter auf die Nordinsel gefahren. Leider konnte ich sie da nicht begleiten, als Angestellte in Neuseeland mit 15 Tagen Urlaub in Jahr kann man leider keine großen Sprünge machen. Dafür haben wir die wenigen Tage intensiv genutzt und viel erlebt und dieser Urlaub wird jetzt das Thema meiner nächsten Berichte sein.[/i]
Ein bißchen englisch
Eigentlich wollten wir uns am Freitagmorgen in Christchurch am Flughafen treffen und gemeinsam die Stadt erkunden. Dann erhielt ich jedoch kurzfristig eine email von Karolina, dass sie erst nachmittags um zwei ankommt. (Auf die Hintergrundgeschichte verzichte ich hier mal.) Und somit hatte ich jetzt 6 Stunden zu überbrücken. Also hab ich schon mal im Hostel eingecheckt, mein Gepäck abgeliefert und bin in die Stadt gegangen. Christchurch ist die drittgrößte Stadt Neuseelands. Als ich jedoch morgens gegen 9 Uhr über den Cathedral Square ging, war dieser fast menschenleer. Das hatte ich nicht erwartet.
In Christchurch ließen sich vor gut 150 Jahren vor allem Engländer nieder. Das spiegelt sich vor allem in der Architektur vieler Gebäude der Stadt wieder: die Kathedrale, die Art Gallery, das Museum, das Katholische College sehen alle sehr englisch aus. Und da ich England mag, fand ich das sehr angenehm.
Nachdem ich die Straßen des Zentrums abgelaufen hatte, machte ich mich auf den Weg in den botanischen Garten. Christchurch wird auch als Gartenstadt bezeichnet, da etwa 1/3 der Innenstadt aus Parks und Grünanlagen besteht. Der botanische Garten ist wahrscheinlich im Sommer um einiges schöner, denn im Winter ist es ziemlich farblos. Aber ich bewunderte einige riesige Bäume. Und im Daffodil-Park blühten auch schon Osterglocken und Schneeglöckchen.
Christchurch liegt am Fluss Avon und dieser schlägt einen Bogen durch den botanischen Garten. Und wenn man dem Fluss folgt, gelangt man zu den Antiquen Bootsschuppen. Diese wurden 1882 erbaut und sind die einzigen noch bestehenden der damals erbauten Bootsschuppen. Von dort folgte ich einem in meinem Reiseführer empfohlenen Rundgang durch Christchurch, vorbei an der Rembrance Brücke, die zum Gedenken der Gefallenen im 1. Weltkrieg errichtet wurde, an der Art Gallery, dem Victoria Square mit Statuen von Queen Victoria und Captain Cook.
Dann wurde es bald Zeit wieder zum Flughafen zu fahren und Karolina abzuholen. Nachmittags wiederholten wir dann die Stadtbesichtigung mit dem Unterschied, dass wir nicht nur liefen, sondern zum Teil mit der historischen Straßenbahn fuhren, welche sehr beliebt ist bei Touristen der Stadt.
Danach haben wir den Bus zum Southshore genommen, das ist der Landstrich westlich der Stadt, der die Bucht vor der Stadt vom Pazifik trennt (schaut mal auf die Karte und ihr wisst, was ich meine). Es dämmerte schon, aber wir haben uns trotzdem durch die Dünen zu einem Strandspaziergang aufgemacht. Links rauschte das Meer und rechts sahen wir die Lichter von Christchurch. Der Rückweg wurde dann schwierig, da wir im Dunkeln nichts mehr sahen und unseren Weg nur durch die Suche nach unseren eigenen Spuren im Sand fanden.
Zu früh
Am nächsten Morgen standen wir um 8 Uhr auf, um unseren noch halben verbleibenden Tag in Christchurch zu nutzen. Als wir gegen 9 in die Stadt kamen, mussten wir jedoch feststellen, dass vor um 10 hier sowieso nichts passiert und noch alles geschlossen war. Also fuhren wir erstmal mit dem Bus zur Seilbahn, etwa eine halbe Stunde vom Zentrum entfernt, um uns die Stadt von oben anzusehen. Und auch hier waren wir noch zu früh, denn wie gesagt – vor 10 Uhr geht hier nichts.
Dafür waren wir dann die ersten Gäste. Der Blick auf Christchurch war aufgrund der tiefhängenden Wolken nicht so toll. Dafür hatten wir auf der anderen Seite des Berges gute Sicht auf den Hafen von Lyttelton, dem wohl wichtigsten Hafen auf der Südinsel.
Später ging´s dann nochmal ins Zentrum und auf den Glockenturm der Kathedrale. Von dort konnten wir uns die Stadt bei geklärtem Himmel doch noch von oben anschauen. Mit der Straßenbahn fuhren wir dann auf den Kunstmarkt gleich neben der Kunstgallery und dann mussten wir uns schon beeilen, um unseren Bus nach Dunedin nicht zu verpassen.
Ich empfand Christchurch als eine sehr gemütliche Stadt, die mich (mal ganz abgesehen von den englischen Bauten) mit ihren Altbauten, 70er Jahre-Gebäuden und vielen Parkanlagen irgendwie an Leipzig erinnert hat.