Sunny Nelson


Jetzt sind wir schon seit über einem Monat Südinselbewohner und haben uns ganz gut eingelebt. Unser Haus ist eingerichtet. Das Nachtleben wurde angetestet. Es lässt sich ganz gut leben in Nelson.[/i]

Stadtinfos

Nelson hat etwa 50,000 Einwohner und liegt an der Nordküste der Südinsel. Durch das Stadtzentrum fließt der Fluss Mai Tai. Angeblich befindet sich hier auch der geografische Mittelpunkt Neuseelands. Für Touristen wurde dieser auf einem Hügel in der Stadt markiert, in Wirklichkeit befindet er sich irgendwo im Busch etwa 35 km südwestlich von Nelson. Mit der Nähe zum Meer sowie drei Nationalparks in unmittelbarer Nähe ist Nelson ein beliebtes Urlaubziel und auch Wahlheimat von nicht nur Neuseeländern sondern auch von Deutschen. Auf dem Samstagsmarkt gibt es einen deutschen Bäcker und einen deutschen Fleischer, da decken wir uns gelegentlich ein mit Schwarzbrot, Leberwurst und Fleischsalat. Aber auch die Klimaverhältnisse sind ein Grund für die Beliebtheit Nelson. Es ist die Stadt mit den meisten Sonnenstunden in Neuseeland und wird deshalb Sunny Nelson genannt. Und wenn man sich das Logo der Nelson Mail anschaut, dann sieht das auch eher aus wie das eines Urlaubsblattes als das einer Tageszeitung.

Nelson Mail und Social Club

Und das war dann die Überleitung zu meinem Arbeitgeber. Ich hab mich ganz gut eingearbeitet und wieder an den Tagesrythmus gewöhnt. Es ist doch ganz nett, insbesondere, wenn man nach der Arbeit ins Meer springen kann. Wovon ich eigentlich erzählen wollte, ist der Social Club. Als Angestellter der Nelson Mail kann man für einen Beitrag von einem Dollar pro Woche dem Social Club beitreten. Dieser organisiert dann gelegentlich Zusammenkünfte in Form von Kneipen- oder Kinoabend, Weinverkostungstour usw. Einmal hatte ich auch schon das Vergnügen, und zwar am St Patricks Day. Bereits morgens um 7 ging es in die Kneipe zum Frühstück. Allerdings waren wir nur zu viert. Die Kneipe war trotzdem voll. Es scheint hier Tradition zu sein, dass Firmen am St Patricks Day mit ihren Angestellten zum Frühstück in Kneipe gehen. Da saßen sie nun alle fein angezogen mit Schlips und Kragen, Rock und Bluse und tranken Guiness in Unmengen. Und das morgens um 7. Unglaublich. Abends nach der Arbeit ging es weiter auf Kneipentour. Die ersten zwei drei … Biers hat der Social Club ausgegeben. Irgendwann waren wir nur noch zu dritt und dann war ich allein in einer irischen Kneipe und hab mir ne Band angesehen, bevor ich mich nach Hause geradelt bin.

Bergauf

Apropo. Das Radfahren ist hier gar nicht so einfach. Unser Haus z.B. steht auf einem Berg. Bezüglich der Sicht aufs Meer ist das auch toll. Allerdings hab ich es bis jetzt noch nicht geschafft, nach Hause zu radeln. Die letzten 100 Meter muss ich schieben. Der Anstieg ist echt unglaublich. Dafür geht es morgens mit Schwung zur Arbeit.

Ostern

Genug von der Arbeit. Es ist Ostern und auch hier sind Karfreitag und Ostermontag Feiertage. Den Brauch mit bunten Ostereiern und Verstecken kennen sie hier auch. Die Süßwarenabteilungen sind schon lang überfüllt mit Häschen und Eiern. In Nelson findet zu Ostern traditionell ein Tanzturnier statt, hab ich mir sagen lassen. Es gibt ein paar Ostermärkte. Und was unbedingt dazu gehört, sind Hot Cross Buns. Das ist so eine Art Kuchen-Brötchen, auf Grund der Gewürze erinnert es vom Geschmack etwas an Weihnachtsgebäck. Die Oberseite wird durch ein weißes Kreuz dekoriert, daher auch der Name (etwa Heißes Kreuz Brötchen). Es gibt sie zur Zeit in jeder Bäckerei und sind recht lecker. Falls ihr es probieren wollt, hier mal ein Rezept:

Zutaten für 16 bis 20 Hot Cross Buns.
Je ½ Tasse warmes Wasser und warme Milch
½ Tasse brauner Zucker
4 TL Hefe
75g geschmolzene Butter
1 großes Ei
1 TL Salz
4 Tassen Mehl
1 Messerspitze Mixed Spices (sowas wie Lebkuchengewürz)
1 Messerspitze Zimt
1 TL gemahlene Nelken
1 TL Vanille
1 Tasse Rosinen

- Milch, Wasser und 1 EL brauner Zucker in eine große Schüssel geben
- Hefe hineinbröseln
- Nach 2 Minuten umrühren, sicherstellen, dass sich die Hefe aufgelöst hat.
- 2 Tassen Mehl dazugeben und für 30 Minuten warmstellen
- In einer anderen Schüssel die Butter und restlichen Zucker geben.
- Das Ei unterschlagen, Salz, Gewürze, Vanille und Rosinen hinzufügen.
- Jetzt die Hefemischung und das restliche Mehl dazugeben und Kneten.
- Gegebenenfalls etwas Mehl dazugeben.
- Gut durchkneten. Teig 10 Minuten “ruhen” lassen.
- Dann kleine Bälle formen und auf einem Backblech verteilen.

Für das weiße Kreuz:
60g Butter, 1 Tasse Mehl und 3 EL Wasser mixen. Die Masse ausrollen und in Streifen schneiden und daraus ein Kreuz auf jedes „Brötchen“ legen.

Bei 225 Grad 10 bis 12 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen und sofort mit Sirup bestreichen.

Schmeckt einfach so oder auch bestrichen mit Butter und/oder Marmelade! In diesem Sinne gutes Gelingen und nochmals schöne Feiertage! Achja, wir kommen ja in der Woche nach Ostern nochmals in den Genuss eines Feiertages. Am 25. April ist nämlich ANZAC Day. Mehr dazu später.