Unsere Fahrt führte weiter Richtung Norden nach New Plymouth, der Hauptstadt der Region Taranaki. [/i]
Die Stadt mit knapp 50.000 Einwohnern ist nett an der Westküste gelegen und bei guten Sichtverhältnissen hat man einen Blick auf den Mount Taranaki (oder auch Mount Egmont genannt). Das ist ein 2500 Meter hoher mit Schnee bedeckter Berg der aus der ziemlich flachen Umgebung hervorragt. Eine Maoria Legende begründet diese Lage wie folgt: Der Mount Egmont und der Mount Ngauruhoe im Tongariro National Park stritten sich um die kleine Schwester Pirongia. Mount Egmont war dann irgendwann beleidigt und zog Richtung Westküste, dabei schürfte er den Whanganui River und steht jetzt einsam an der Westküste.
Aber zurück zu unserem Ausflug. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung und Einkäufen in Souvenirläden fuhren wir etwa eine dreiviertel Stunde an der Küste entlang zu den White Cliffs. Dort hatte ich uns eine Klippenwanderung herausgesucht. Anfangs führte uns diese bei starkem Wind immer schön bergauf über Schafswiesen. Auf der anderen Seite vom Berg ging es dann durch buschigen Wald eine elendig lange Holztreppe wieder bergab. Vom Treppensteigen zitterten uns wirklich die Knie und irgendwie waren wir von der Klippenwanderung enttäuscht, denn von Klippen sahen wir nicht viel. Als wir im Tal angelangten, gab es dann endlich mal einen Routenplan, auf dem wir sahen, dass wir bald an der Küste und den Klippen ankommen würden und an den Klippen zurückwandern könnten (und nicht mehr die vielen Treppen hinaufsteigen müssten!)
Und so gelangten wir auch bald an die Küste. Wir waren nicht nur von den Klippen sondern auch von dem schwarzen Sandstrand. Nur von unserem Wanderweg waren wir noch nicht so recht überzeugt, denn das Wasser klatschte teilweise wirklich an die Klippen. Wir entdeckten einen Trampelpfad nach oben und dachten, dass der Weg vielleicht auf den Klippen entlangführt. Also krochen wir mehr oder weniger diesen Berg hinauf, um oben feststellen zu müssen, dass es auch dort keinen Weg gab. Wir sahen nochmal auf die Karte, die am Strand stand, und der Weg schien wirklich unten an den Klippen entlangzuführen und es gab keinerlei Auskünfte, bezüglich Gezeiten etc. Also beobachteten wir das Meer eine Weile und beschlossen barfuß und mit hochgekrempelten Hosenbeinen an den Klippen entlangzugehen. Anfangs ging auch alles ganz gut, ab und zu warteten wir ein paar Wellen ab und kletterten über Steine und Felsen. Dann gab es aber auch Stellen, an denen die Wellen heftiger zu sein schienen und irgendwann waren wir bis zu den Hüften nass und es wurde uns etwas mulmig. Das Meer und die Wellen können schon sehr beängstigend wirken, wenn man als so kleiner Mensch vor den hohen Klippen steht. Zum Glück erreichten wir auch bald das Ende des Wanderweges, an dem dann ein Schild stand, dass dieser Weg nur von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach der Ebbe sicher begehbar ist. Naja, Glück gehabt und auf den Schrecken gabs im Auto erstmal ein Bier!
Unsere Unterkunft für diese Nacht war auch sehr nett in einem Dorf namens Mokau (so wie Moskau ohne s :o)) Wir waren die einzigen in der 70er Jahre eingerichteten Unterkunft und die Herbergseltern war ein Rentner-Ehepaar, dass im Haus gegenüber wohnte.