Nachdem wir schön ausgeschlafen hatten (Klimaanlage ist was feines), machten wir uns auf zum Unterwasseraquarium auf der Erlebnisparkinsel Sentosa, welche direkt vor Singapur liegt.[/i]
Eigentlich wollten wir die Seilbahn nehmen, welche jedoch leider zur Wartung geschlossen war. Der Taxifahrer der uns stattdessen fuhr, hatte dafür eine einfache Erklärung. Vor einiger Zeit muss wohl eine Gondel abgestürzt sein und dabei sind zwei Menschen umgekommen. Die Familie verklagte daraufhin die Stadt auf 10 Mio. SGD. Seine Meinung: Die Wartung ist einfach billiger, als verklagt zu werden. Im weiteren Gespräch meinte er, dass er für 10 Mio. auch ohne weiteres gestorben wäre, dann hätte seine Familie wenigstens ordentlich Kohle.
Thema Taxifahrer: Wir haben in den 2 Tagen hier die unterschiedlichsten Typen getroffen: Ein Fußballfan mit Deutschland als Lieblingsmannschaft, der einfach nicht kapiert was Asamoha in der deutschen Nationalmannschaft zu suchen hat - aber auch einen Typen, der Doreen angefahren hat, dass sie gefälligst nicht die Gebläseöffnungen zumachen soll (die Klima in den Taxis läuft immer auf voller Stärke, was besonders vorn den Eindruck eines Klimawechsels in die Antarktis hervorruft).
„Eintritt“ auf die Insel kostete 2 SGD. Die Insel ist voll mit Sachen, die Geld kosten, wie z.B. ein Golfclub, Delphinshow, ein Singapurlöwe als Aussichtsplattform oder das besagte Aquarium. Dazwischen fahren kostenlose Shuttlebusse, die Eintrittspreise für die Attraktionen holen das wohl locker wieder rein. Am Aquarium angekommen holten wir uns für 20 SGD pro Person die Tickets und stürzten uns rein ins Getümmel. Getümmel ist auch genau das richtige Wort: Uns erwartete eine bunte Mischung aller Kulturen mit einer Menge schreiender Kinder (grmpf…) Dennoch stellte sich der Besuch als sehr lohnend heraus: Wir sahen Riesenfische aus dem Amazonas (die Doreen noch nicht mal kannte ?), Mini-Pseudofische in Engelsform aus der Antarktis, Sandkotzfische (Carsten sagt, die hießen Lungfische), einen Fetzenfisch, der nicht wirklich wie ein Fisch aussah und durften sogar Rochen streicheln. Nemo und seine Inzestbrüder waren auch da. Der Clou war jedoch eine begehbare Röhre mit Laufband, welche bis auf den Boden komplett von Wasser und darin schwimmenden Fischen umgeben war. Sehr nett anzuschauen, auch wenn einem durch die perspektivischen Verzerrungen leicht übel wurde.
Nachdem wir da durch waren und Doreen keine coole Haifischkappe wollte (pah!), sind wir noch etwas auf der Insel herumgetourt. Doreen brachte uns in ihrer Wanderwut dazu, den Aussichtslöwen zu besuchen. Der Eintritt von 8 SGD hielt uns jedoch (zum Glück) vom besteigen ab. Also mal wieder ins Taxi und zurück aufs Festland. Eine Hafenrundfahrt stand an. Bei der Suche nach dem Ticketstand kamen wir an einer scheinbar südamerikanischen Musikkapelle vorbei. Doreen kostete es sichtliche Überwindung, sich davon loszueisen, obwohl die noch keinen Ton gespielt hatten. Nach kurzer Wartezeit saßen wir dann auf einem etwas altersschwachen Kahn, man könnte es auch als authentisch bezeichnen, und tuckerten an den Kneipen vom Vorabend vorbei.
[Ed]
- jetzt übernimmt wieder Doreen -
Jetzt konnten wir uns noch mal alles im Hellen betrachten. Was ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen muss: an der Promenade am Fluss stand eine Statue in Form eines dicken fetten Vogels. Und Erschaffer dieses Kunstwerkes war der Herr Botero, ein sehr berühmter kolumbianischer Künstler aus Medellin/Kolumbien! Da ich bereits mehrere Ausstellungen des Künstlers besucht hatte, hat es mich gefreut eines seiner Kunstwerke hier in Singapore zu sehen. Und das wollte ich euch auch wissen lassen!
Ok, es ging dann weiter mit dem Boot in den Hafen. Von dort hatten wir auch wieder einen guten Blick auf diverse Wolkenkratzer, die Oper und Hotels. Am Hafen stand auch wieder so ein großer Meerlöwe – halb Löwe, halb Fisch – welcher ein Symbol der Stadt darstellt. Die gesamte Hafenrundfahrt dauerte ca. 30 Minuten und kostete 12.60 SGD pro Person. Es war recht gemütlich und wir hatten gute Sicht auf die Hochbauten der Stadt, von den englischen Kommentaren haben wir jedoch nichts verstanden, da es nur rauschte und dröhnte.
Nach dieser kleinen Wasserfahrt bekamen wir langsam wieder Hunger und nahmen uns (mal wieder) ein Taxi. Die Anweisung lautete: wir wollen was essen – und zwar 1. typisch asiatisch und 2. billig, denn am Hafen, an dem wir die Rundfahrt gemacht hatten, gab es zwar jede Menge Lokale, allerdings waren Speisen und Getränke dort alles andere als preiswert. Der Taxifahrer nahm diesen Auftrag jedoch wohlwollend an und fuhr uns nach Little India (Stadtteil von Singapore) und empfahl uns eine Fressmeile. Dort irrten wir erstmal zwischen unzähligen Ständen umher, bis wir schließlich bei einem Inder Platz nahmen. Der gute Mann vor Ort nahm erstmal nur die Bestellung für Getränke auf und meinte, sein Chef käme gleich wieder und würde sich ums Essen kümmern. Es standen dann vier Speisen zur Wahl und wir entschieden uns für unheimlich scharfen Tintenfisch, gut geschärftes Schweinefleisch und ziemlich nüchternes Hühnchen (was man von Doreen beim Schreiben dieses Textes nicht behaupten kann – Anmerkung Edi). Hat jedenfalls alles interessant geschmeckt, die Atmosphäre der Lokalität hat das Essen zum Erlebnis gemacht und jetzt ist Carsten wieder dran…
[Doreen]
Die Nachtsafari
Wie einer unser lustigen Taxifahrer bemerkte:”Am Tag gehen die Menschen in den Zoo und schauen die Tiere an und Nachts ist es andersherum.”
Na gut, war nicht ganz abwegig. Die Nacht hat es ja an sich, dass es nicht so richtig hell ist und somit war die Sicht schon ein bisschen eingeschränkt. Allerdings war die Tour trotzdem schon sehr interessant.
Bevor es losging wurden wir jedoch noch mit einer englischen Tradition konfrontiert, die die Engländer vermutlich an Singapur vererbt haben:”Queueing” - schön geordnet in mehreren Reihen anstellen. Als wir diesen Teil der Tour hinter uns gebracht hatten, ging es mit einer Tram direkt durch einige Gehege. Dort waren wir nur eine Armlänge entfernt von einigen exotischen Tieren - ohne Zaun oder sonstiges. Die Tiere hatten auch keine Scheu, da sie ja auch weder gefüttert noch gestreichelt oder mit Blitz fotografiert werden durften. In den Gehegen der Wölfe, Tiger und Löwen war dann zu unserer Erleichterung aber doch ein kleiner Graben vorhanden. Die Tante am Mikro, die uns die vielfältige nachtaktive Tierwelt erklärte war allerdings etwas merkwürdig. Zum einen war die Betonung etwas eigenwillig und zum anderen lachte sie ständig über ihre eigenen “spassigen” Sätzchen - meist aber alleine
Da die Fahrt durch die dunklen Dschungelgehege angenehm erfrischend und entspannend war, entschloss sich Edi kurzum doch nochmal eben die letzten 5 Minuten der Fahrt mit einem kleinen Nickerchen zu verbringen.
[Carsten]