Teil 1 von Carsten
Wally pflegt immer "Rotten Rua" zu Rotorua zu sagen, weil es dort aufgrund der vulkanischen Aktivität ständig nach faulen Eiern riecht (Schwefel). Unser zweiter Ausflug hierher gestaltete sich etwas länger als beim ersten Mal und neben Sightseeing wollten wir auch noch jemanden Treffen - meinen Onkel Bob, in dessen Appartement wir bereits in Jakarta geschlafen haben.
Rainbow Springs Nature Park
Zuerst stand bei uns Sightseeing auf dem Plan, da das Treffen mit meinem Onkel erst Abends war. Am Rand von Rotorua gibt es diesen kleinen Naturpark in dem es Frischwasserquellen gibt. Weil das Wasser in den Quellen so sauber ist, tummelt sich dort ein Haufen Regenbogenforellen herum. Teilweise werden sie dort gezüchtet.
Die Quellen haben aber direkten Zugang zum See, so dass die Forellen jederzeit verschwinden könnten wenn sie denn wollten. In dem Park gab es auch einige andere Tierchen zu bewundern. Neben einheimischen Vögeln wie dem Kea (Waldpapagei), dem Tui (=Kingfisher) und natürlich dem Kiwi,
konnte man auch Emus und Echsen in Terrarien sehen. Am liebsten hätten wir uns eine von den Riesenforellen eingepackt, aber ich glaub die sehen das dort nicht so
gerne ;-)
Am Rainbow Springs Nature Park angeschlossen ist seit diesem Jahr auch eine Kiwi-Aufzuchtsstation namens "Kiwi-Encounter". Kiwi-Chicks (Küken) haben in der freien
Natur leider nur eine etwa 5 prozentige Überlebenschance, bedingt durch eingeschleppte Jäger wie z.B. Katzen. Die Aufzuchtstation brütet die eingesammelten Eier aus und peppelt die jungen Kiwis so lange auf, bis diese sicher in die Natur entlassen werden können. So überleben fast 95% der Tiere in einer Brutsaison.
Das Eierlegen ist für einen Kiwi übrigens auch kein Zuckerschlecken. Das Ei wächst ca. 3 Wochen im Kiwi und nimmt dann 25% des Körpergewichts in Anspruch. Unsere Führerin, die grad schwanger war, sagte, es wäre etwa so als würde sie jetzt ein 30Kg Baby zur Welt bringen.
Als wir unseren Rundgang durch die Station gemacht haben, konnten wir glücklicherweise beobachten, wie einige Kiwis per Hand gefüttert wurden. Anschließend gingen wir in das Nachtgehege, da Kiwis nachtaktiv sind. In diesem Gehege leben 3 Kiwis. Man musste sehr still sein, um die Kiwis nicht zu stören und somit war auch Fotografieren + Filmen verboten. Es sind schon possierliche Tierchen, die ganz schön schnell sein können - und das sieht dann auch ziemlich lustig aus :-)
Kulturbuffet
Nachdem mein Onkel eine einwöchige Ärztekonferenz in Sydney hinter sich gebracht hatte, wollte er anschließend eine 3-tägige Sightseeingtour in NZ machen. Eine Station von ihm war Rotorua, wo uns dann Abends trafen. Onkel Bob hatte uns zu einem "Kulturabendessen" eingeladen. Da wir mit der kompletten asiatischen Ärztemannschaft dort hingegangen sind, wurden wir auch gleich erstmal beim Reingehen angesprochen, ob wir denn auch dazu gehören - klaaar.
Zu Essen gab es ein leckeres großes Buffet und zur Unterhaltung wurden von einigen Maori ein paar Tanz- und Gesangseinlagen geboten. Darunter auch der Haka, ein typischer Kriegstanz, bei dem die Männer Fratzen ziehen und sich auf die Brust klopfen, um den Feind abzuschrecken. Dazu gab es noch einige Tänze von Frauen. Bei den Melodien der Lieder war man sich nie ganz sicher, wie authentisch das ganze nun war. Wenn die Aufführung in Hawaii gewesen wäre, hätte das auch keiner gemerkt.
Natürlich ähneln sich die polynesischen Melodien irgendwo aber wenn dann zwischendurch mal die Worte "Macarena" auftauchen oder man irgendwie an einen 50er Jahre Hollywoodfilm denken muss, wundert man sich schon etwas...
Nichtsdestotrotz war es aber ein sehr schöner Abend und nachdem wir uns von Onkel Bob verabschiedet haben, sind wir noch auf einen Absacker in ein Restaurant auf dem Gipfel des Mt. Ngongotaha gefahren. Von dort hat man eine erstklassige Aussicht auf Rotorua.
Paddeltour auf dem Lake Rotorua
Teil 2 von Doreen
Nach einer Nacht in der Jugendherberge namens "Crash Palace" und einem ausgiebigem Frühstück in einem Cafe namens "Fat Dog", von wo aus wir bereits eine Firma kontaktierten, welche Kajakboote verleiht, ging es auf zum See. Ursprünglich wollten wir drei Einer-Boote ausleihen. Allerdings war dann nur ein Einer-Kajak verfügbar, so dass wir einen Zweisitzer dazu ausliehen. Dabei wies der Vermieter darauf hin, dass der Zweisitzer viel sicherer auf dem Wasser sein würde. Edi war dann der mutigste von uns unerfahrenen Paddlern und nahm das Einzelboot.
Wir bekamen noch einen kurzen Info-Kurs bezüglich Paddeln und was wir tun sollten, falls das Boot doch umkippt. Dann ließen wir die Boote zu Wasser stiegen ein und paddelten vorerst im Hafen umher. Unsere Idee war es, hinüber zur Insel zu fahren, um dort in den Thermalquellen zu baden. Allerdings zogen dunkle Wolken auf und es wurde windig. Der Bootsverleiher riet uns davon ab, die Insel anzusteuern. Er meinte, dass Wetter sei unberechenbar und auf dem See kann es auch schon mal 2 Meter hohe Wellen geben. Also paddelten wir in Küstennähe und kämpften dort schon teilweise gegen die Wellen an.
In einer Bucht gingen wir an Land und Carsten schoß ein paar Fotos. Dann fuhren wir zurück, am Hafen vorbei und kamen zu einem Felsen der von Möwen belagert wurde. Dort machten wir einen nächsten Zwischenstopp. Edi und ich liefen auf den Felsen und scheuchten die Möwen auf. Das Flattern und Kreischen hatte dann schon sehr etwas von Hitchcock´s "Die Vögel". Dann begann es doch wirklich noch zu regnen und wir fuhren zurück zum Hafen.
Nachdem wir uns trockene Sachen angezogen hatten, besuchten wir ein Cafe am Hafen, um uns bei Kuchen und Tee aufzuwärmen bevor wir zurück nach Hamilton fuhren.