Wanderung am 27. Oktober 2005
Teil 1 von Carsten
Ursprünglich wollten wir die "Tongariro Crossing" Wanderung machen aber aufgrund der Wetterlage entschieden wir uns dagegen. Eine Woche zuvor lag dort oben nämlich noch hüfthoch der Schnee und man sollte neben Bergsteigerschuhen auch noch einen Eispickel mitnehmen.
Im Nachhinein muss ich sagen zum Glück haben wir die andere Route genommen. Tongariro Crossing war nämlich noch mit 2 Stunden länger angegeben als unsere Wanderung und nach der waren wir schon alle recht kaputt. Vielleicht kommen wir später ja nochmal dazu, wenn wir alle etwas mehr Training haben, das war immerhin unsere erste Wanderung. (Eishockeyspielerinnen und Triathleten dürften dagegen keine Probleme gehabt haben ;-) )
Auf den Spuren von Frodo und Sam
Im Tongariro Nationalpark befindet sich auch "Mordor" samt dem "Schicksalsberg" (im Englischen "Mt.Doom") der in Wirklichkeit "Mt. Ngauruhoe" heisst. An einigen Stellen haben wir mit Frodo & Co mitgelitten und konnten deren Strapazen nachempfinden ;-)
Das Department of Conservation, das in Neuseeland für die Natur zuständig ist, hat Peter Jackson übrigens nur mit Auflagen erlaubt im Nationalpark zu drehen. Eine davon war z.B., dass alle Materialien nur so an Ort und Stelle gebracht werden dürfen wie alle anderen Leute sich auch durch den Park bewegen und das bedeutet OHNE Helikopter.
Die Tama Lakes
Teil 2 von Doreen.
Von den Inhabern des Ferienparkes haben wir Informationsmaterial bezüglich Wanderungen im Tongariro National Park bekommen. Es gibt dort Wanderrouten für jeden Geschmack - man kann halbstündige Spaziergänge machen oder wenn man es möchte, kann man auch tagelang unterwegs sein. Da wir allerdings nur einen Tag hatten, suchten wir uns die Tour zu den Tama-Lakes heraus, die etwa sechs Stunden dauern sollte. Die Tama Lakes sind übrigens zwei Krater Seen.
Nach dem Frühstück ging es also Richtung Berge. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und der Anblick der Landschaft war einfach wunderschön. Bereits nach ca. 20 Minuten Fahrt konnte man die beiden schneebedeckten Vulkane des Tongariro Nationalparks zwischen grünen Hügel sehen.
In der Touristinformation machten wir uns nochmal kundig betreffs des genauen Wanderwegs und der Wetterlage. Der Weg wurde als mittelschwierig mit anfänglichen leichten Anstiegen und zum Schluß hin schwierigen Anstiegen beschrieben. Und der Wettergott stand mal wieder auf unserer Seite und es war sonnig. Wir hatten uns mit Verpflegung, Sonnencreme und Regenjacken gerüstet und machten uns auf den Weg.
Anfangs führte der Weg leicht hügelig durch Wälder und Buschlandschaften. Später wurde die Vegetation etwas spärlicher und war hauptsächlich durch Gräser gekennzeichnet. Dafür gestaltete sich die Wegführung interessanter und es ging etwas stärker auf und ab. Anschließend ging es durch eine Steinschlucht, welche wohl durch Gletscher ausgeschürft wurde. Wer schon mal "Der Schatz im Silbersee" gesehen hat, kann sich die Schlucht hier in etwa so vorstellen. Dann ging es über eine Art Hochebene, die in erster Linie von Moos bewachsen war, zum unteren Tama Lake. Ein mit Wasser gefüllter Vulkankrater leuchtete blau-türkis vor uns.
Von hier sollte es nur noch eine halbe Stunde bis zum Oberen Tama Lake sein aber diese hatte es in sich. Ein steiniger und steiler Anstieg machte den letzten Teil des Hinwegs zum Abenteuer, den man zum Teil auf allen Vieren erklimmen musste. Oben angekommen hatte man einen Blick auf beide Seen. Der "Gipfel" war auch der Richtige Ort für unser Picknik. Leider mussten wir feststellen, dass sich in unserer Teekanne nur heißes Wasser befand. Wir hatten vergessen die Teebeutel hineinzutun. Naja, in Neuseeland trinken die Leute wirklich des öfteren einfach heißes Wasser, also war es vielleicht gar nicht soo falsch.
Nach der Stärkung ging es auf den Rückweg. Dieser zog sich, besonders am Ende, ziemlich in die Länge. Es war immer wieder unser Ziel zu sehen, verschwand dann aber immer wieder hinter den Bergen und schien unerreichbar. Kurz vor dem Ende kamen wir an einem Wasserfall vorbei. Diesen sahen wir auf dem Hinweg nicht, da der erste und der letzte Teil der Wegstrecke nicht identisch waren. Onkel Wowa, Edi und ich nutzen jedenfalls die Gelegenheit, unseren Füßen ein kühles Bad zu gönnen.
Nach insgesamt etwa 8 Stunden gelangten wir erschöpft ans Ziel. Die Wanderung war schon etwas anstrengender als erwartet, aber wurde durch geniale Landschaftsanblicke belohnt. Während der gesamten Tour waren immer wieder die beiden Schneeriesen zu sehen.