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Bayview + Volcano
Sunny Breakfast
Bridal Veil Falls
Labour Weekend in Raglan
17.11.2005 von Carsten

Labour Weekend in Raglan
21. bis 24. Oktober 2005
Teil 1 von Doreen

Das vorletzte Montag im Oktober ist hier in Neuseeland der Labour Day (Tag der Arbeit - so wie bei uns der 1. Mai). Das heißt, es ist Feiertag und somit gibt es ein langes Wochenende. Aber dies soll nur als Hintergrundinformation dienen und jetzt wisst auch ihr, das der Tag der Arbeit auch in Neuseeland im Frühjahr ist. Wir haben jedenfalls dieses verlängerte Wochenende in Raglan an der Westküste ca. eine Stunde enfernt von Hamilton verbracht.


Unser Haus und wie wir dazu kamen

Für unseren Aufenthalt an der See haben wir uns ein Haus dort gemietet, welches wir folgendermaßen gefunden haben: Meine Arbeitskollegin Louise bei der Zeitung sagte mir, dass die Kollegin Linda aus der Anzeigenverkaufsabteilung ein Haus an der Küste hat und günstig vermietet. Linda sagte mir jedoch, dass sie ihr Haus zur Zeit nicht vermietet. ABER sie kennt da jemanden namens Andreas - zufällig ein Deutscher, der sein Haus ab und an vermietet. Ich rief also Andreas an. Er vermietet sein Haus nur, wenn er selbst im Urlaub ist und davon ist er gerade erst zurückgekommen. ABER seine Nachbarin Jenny vermietet ihr Haus hin und wieder. Und das Haus von Jenny wurde dann auch unsere Bleibe für ein paar Tage.


Wechselnde Wasserstände

Das Haus war sehr geräumig mit zwei Schlafzimmern, einem großen Wohnzimmer mit Wohnküche, zwei Badezimmern, Terrasse und einem Grundstück direkt am Meer gelegen. D.h. bei Ebbe konnte man ein paar Stufen hinunterklettern und und am Strand spazieren gehen und Muscheln sammeln und bei Flut war das Grundstück von Wasser umgeben. Wenn mir nicht eine Erkältung etwas zu schaffen gemacht hätte, wäre ich sicher auch baden gegangen. Aber so ließ ich es lieber sein. Edi und Carsten nutzten dafür ihre Chance bei Eintritt der Flut direkt vom Grundstück aus zu angeln. Die beiden Helden warfen ihre Angeln so aus, dass die Angelhaken an irgendwelchen Steinen hängen blieben und als dann wieder Ebbe war, durfte ich der Angelsehne folgen und die Haken wieder befreien. Außer den Steinen ist an den Haken bis jetzt auch nichts hängengeblieben an den Angelhaken. Aber die beiden sind ja noch in der Anfangszeit ihres Angler-Daseins.


Sonne und Wind

Im Laufe unseres Aufenthalts in Raglan wurde das Wetter immer besser. Während bei unserer Ankunft noch ein paar Wolken am Himmel zu sehen waren, hatten wir ab dem zweiten Tag blauen Himmel und Sonnenschein. Und auch wenn wir es anfangs nicht glauben wollten, aber die Sonne brennt hier wirklich unglaublich stark und wir hatten fast alle einen Sonnenbrand - und das nach nur kurzer Zeit in der Sonne. Es wehte meist ein kühler Südwind, so dass es einem gar nicht so warm erschien. Ja und schon war die Haut rot. Ab dem zweiten Tag saß ich nur noch mit langem Pullover und Mütze draußen, um mich zu schützen. Und ich erinnerte mich an die Zeit, als ich im Kindergarten arbeitete: dort mussten wir den Kindern immer Mützen aufsetzen, wenn sie draußen spielen wollten. Wohl nicht ohne Grund.

*Anmerkung Carsten: Das Surfen ist dann auch in Auckland ausgefallen wegen zu wenig Wind...


Surfen fällt ins Wasser

Das ein Surfer mal ins Wasser fällt, ist ja nicht so unüblich. Allerdings war ein Grund dafür, dass wir das Labour Weekend in Raglan verbringen wollten, dass dort eine Surfmeisterschaft stattfinden sollte, an welcher unter anderem weltbeste Surfer teilnehmen sollten. Wir haben vorher sogar einen Bericht darüber im Fernsehen gesehen und waren darauf eingestellt, ein paar gute Wellenreiter zu sehen. Also begaben wir uns in die Touristinformation, um nach dem wann und wo und wie zu fragen. Leider mussten wir erfahren, dass der Wettkampf in Raglan gestrichen wurde, da es wohl an Wellen mangelte. Dafür wurde die Veranstaltung Richtung Norden verlegt und fand jetzt in Auckland statt.


Kostenlos und lecker

Wir ließen uns deswegen jedoch nicht die Laune verderben und bummelten am Samstagnachmittag ein wenig durch Raglan. Wir gingen in einige Trödel- und Souvenirläden und schlenderten durch das Dorf, welches wohl aufgrund des verlängerten Wochenendes ziemlich gut besucht war. Besonders vor dem einzigen Minimarkt im Dorf war ziemlicher Trubel. Der Markt feierte gerade seinen 2. Jahrestag und deshalb gab es jede Menge Promotion-Stände und kostenlose Leckereien - Draußen Bratwurst, Kaffee und Eis und drinnen zwei Weinverkostungen. Da haben wir zugeschlagen. Außerdem führe eine Schülergruppe ein paar Maori-Tänze auf. War auch mal interessant, bisher kannten wir das nur aus dem Fernsehen.


Angel-Odyssee
Teil 2 von Carsten

Nachdem wir eher erfolglos versucht haben von unserem Grundstück aus irgendwas an Land zu ziehen, wollten wir nun an einen richtigen "Fishing-Spot" fahren. In unserem Haus lag praktischerweise ein Zettel, wo einige gute Fisch-Reviere aufgeführt waren. Entschieden haben wir uns für eine Stelle die bei schlechtem Wetter etwas "gefährlich" sein kann - vermutlich wegen Klippen und Wellengang. Da wir ja unerschrockene Angelpioniere sind haben wir uns natürlich dafür entschieden ;-)

Auf der Karte sah die Stelle irgendwie näher aus als sie in Wirklichkeit war. Wir mussten dafür auf die Rückseite von dem Vulkan bei Raglan (Mt. Karioi). Da die Karte allerdings nicht besonders detailliert war, konnte man die 2 Mio. Kurven, Senken und Rallyreife-Schotterpiste nicht so genau erkennen und auch nicht erahnen, dass man fast 2h braucht, um diesen Vulkan zu umfahren - und wir haben bestimmt eine Rundenbestzeit hingelegt mit unserem Toyota Peoplemover/Allradantrieb. Ed hat sich nicht lumpen lassen ;-)
Nebenbei sei noch erwähnt, dass wir nicht an dem Super Fishing-Spot waren. Als wir an der nämlich an der Abfahrt zu dieser Stelle waren, sah das irgendwie nicht wirklich befahrbar aus. Aber eine schöne Landschaft und einen super Blick auf Raglan hat man dort oben...
Also sind wir zurück nach Raglan gedüst und haben uns auf die vermeintlich zweitbeste Stelle gestellt, einer Fußgängerbrücke über eine Meeresenge. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen wollten die Fische dort aber auch nicht beissen. Eine mögliche Erklärung wären vielleicht die Maori-Jugendlichen, die in minutenabständen Arschbomben von der Brücke gemacht haben...wer weiss.

Ach ja Ed's Vater und Onkel haben Ihre Angeln übrigens bereits mit dem ersten Auswerfen unbrauchbar gemacht - aber nicht durch eigenes Verschulden...die Angeln waren alt und die Sehne brüchig oder bereits gerissen. Nach unserem 4 stündigem Angelausflug mit 1,5h Angeln und leeren Händen sind wir dann in unser Strandhaus zurückgekehrt, wo Ed's Mutter bereits mit dem Abendessen auf uns wartete. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen hat sie vorsichtshalber wohl ein Abendessen ohne Fisch geplant ;-)

ABER wir bleiben dran, irgendwann ist uns der Fischgott gnädig. Nach unseren ersten "Surfcasting" Angelversuchen (Küsten/Strandangeln) werden wir in Kürze die Seen und Flüsse um uns herum unsicher machen und Trouts (Forellen) jagen. Forellen dürfen in NZ übrigens NICHT verkauft werden, wer sie essen will, muss sie sich also selber fischen.


Blues-Konzert in der Dorfkneipe
Teil 3 von Ed

Für den Abend hatten wir uns Karten für ein Blues-Konzert geholt, welches in der örtlichen Hotelbar stattfand. Wie sich herausstellte hatten wir es trotzdem mit einer hochkarätigen musikalischen Unterhaltung zu tun: "Midge Marsden and Bullfrog Rata", wer hat nicht schon von ihnen gehört? ;-) Scheinbar gibt es in NZ davon nicht viele, zumindest Midge Marsden ist hier bekannt wie ein bunter Hund. Er ist wohl DER Bluessänger Neuseelands. Jedes Jahr tritt er am Labour-Day Weekend in Raglan auf, da er da seine Wurzeln hat. Alles das wussten wir vor dem Konzert noch nicht und waren gespannt, was uns denn geboten wird. Da sahen wir nun zwei alte Herren auf der Bühne und die legten richtig los. Blues vom Feinsten, zwischendurch ein paar Schwänke aus der Jugend - so macht man Stimmung. Midge Marsden stellte sich nicht umsonst als neuseeländische Legende heraus, er ist ein brillianter Sänger und hat auch seine Instrumente bestens im Griff. Auch Bullfrog Rata hatte einiges auf dem Kasten. Er ist Amerikaner und tourt scheinbar mit Midge gerade durch Neuseeland. Die Bar war denn auch proppe voll und Stimmung kam sofort mit dem ersten Lied auf. Man sah, dass die meisten hier jährlich sind und das Konzert Kultcharakter in Raglan hat. Es war daher auch jedes Alter vertreten und nach kurzer Zeit tanzten auch bereits die ersten. Am späteren Abend tanzte denn auch der habe Saal. Wir hatten alle einen riesen Spaß und spazierten danach bester Laune gemütlich nach Hause.


Bridal Veil Falls

Am nächsten Tag sonnten wir uns noch gemütlich auf unserer Wiese und machten uns dann auf den Heimweg. Dabei kamen wir noch an einem Wasserfall vorbei, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Mit 50m Tiefe war das schon ein gigantischer Anblick. Einige von uns stiegen auch noch zum unteren Ende hinab, was einen noch gigantischeren Anblick bot, besonders da gerade die Sonne schien und mit der Gischt am Fuß einen schönen Regenbogen bildete. Vor lauter Begeisterung vergaßen wir denn auch, unten ein Foto zu machen. Jedoch haben wir wenigstens etwas gefilmt, was demnächst auch hier bei und auf der Webseite zu sehen sein wird. Also schaut weiter fleißig bei uns vorbei!

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