Schach für Erwachsene
Wozu Weinkeller?
Eichenfässer mit Wein
Auf dem Parkplatz von Soljas
Neuseeländischer Wein - Eine noch junge Tradition
04.11.2005 von Ed

Nachdem unser geplanter Besuch im Waipoua Forest buchstäblich ins Wasser gefallen war und für den nächsten Tag keine Besserung in Sicht war, entschieden wir uns, auf unserem Weg nach Raglan, ein paar Weingütern westlich von Auckland einen Besuch abzustatten.
Wir hatten die Idee, einen Weinkeller zu besuchen und eine Runde leckeren Wein zu verkosten. Ein Anruf beim einzigen uns bekannten Winzer mit Weinkellerführung schränkte leider unseren Plan auf Weinverkostung ohne Weinkeller ein.


"Coopers Creek"

Unser Weg durch Kumeu, einer Kleinstadt westlich von Auckland, kamen wir an mehreren Weingütern vorbei und entschieden uns zuerst für "Coopers Creek", Hersteller eines Weins mit witzigen Etiketten, welche alle mit fetten und faulen Katzen zu tun haben. Sie haben Titel wie "Fat Cat", "Cats Pee on a Gooseberry Bush" oder "Glamour Puss", wobei man zumindest den mittleren Namen nicht ganz wörtlich nehmen sollte :-). Dort angekommen wurden wir an einer Theke empfangen und fragten, wie telefonisch bereits abgesprochen, nach einer Weinverkostung, in der Hoffnung, gemütlich am Tisch zu sitzen und leckere Weine präsentiert zu bekommen. Kein Problem, meinte der Herr am Empfang und stellte uns sechs leere Gläser hin mit der Frage, was wir probieren wollen. Etwas verdutzt fingen wir mit einem Weißwein an. Leider war der Herr nicht sehr gesprächig, so dass wir fast nichts über den Wein erfahren haben. Nach dem dritten oder vierten Glas empfanden wir die Ladenthekenatmosphäre als nicht wirklich gemütlich und entschieden uns, weiter zu ziehen. Auf unserem Weg zum Auto fiel uns etwas abseits eines dieser Makroschachspiele mit den riesigen Figuren auf. Das Spiel gegen meinen Vater endete blamabel für mich. Hiermit ziehe ich nochmals den Hut vor der alten Garde :-).


Deutscher Winzer in Neuseeland

Carsten traf in der Zeit einen deutschen, der auf dem Weingut arbeitete und vor einiger Zeit ausgewandert war. Manchmal hat man den Eindruck, halb Deutschland sei ausgewandert. Dieser erklärte Carsten, dass die aus Europa bekannten Weinkeller in NZ sehr untypisch seien, da sie einfach nicht benötigt werden. Erstens ist die Weintradition in NZ eher sehr jung, wobei erst seit den achtziger Jahren genießbare Weine entstehen. Interessanterweise haben sich in dieser kurzen Zeit jedoch viele Neuseeländer mit dem einheimischen Wein angefreundet, worunter wiederum der Bierkonsum leidet. Zweitens und wesentlich wichtiger ist das Klima in NZ so mild, das Weinkeller nicht notwendig sind. Die angebotenen Weinkellerführungen finden somit nur in Weinkellern statt, die für Touristen angelegt wurden. Wieder etwas gelernt.


Ein Besuch bei "Soljans"

Auf der Suche nach einer weiteren Winzerei mit angenehmerer Atmosphäre kamen wir zur Winzerei "Soljans". Auch dort hatte man wohl die Ansicht, Weinverkostungen nicht unnötig mit bequemen Sitzgelegenheiten in die Länge zu ziehen. Vielleicht ja auch verständlich? Dafür bediente uns eine nette Dame und plauderte mit uns während der ganzen Zeit. Wir erfuhren, dass "Soljans" mit ca. 65 Jahren eine der älteren Winzereien sei, im Gegensatz zu "Coopers Creek". Ihrer Meinung nach gehören die Neuseeländischen Weißweine inzwischen zur Weltklasse, was wir gern bestätigten. Bei den Rotweinen ist wohl noch Australien vorn (im Vergleich zu NZ). Dies hat sicher viel mit dem Klima zu tun. Außerdem lagern die meisten neuseeländische Winzereien ihren Wein nur kurz, da sie sich auf Grund ihrer Größe keine großen Weinlager erlauben können.
Angeregt von der Weinverkostung genehmigten wir uns gleich im zugehörigen Restaurant ein Mittagessen, von dem wir sehr angetan waren. Das Essen war sehr exklusiv und schmeckt sehr lecker.
Gesättigt und leicht beschwipst setzten wir mit Carsten als Fahrer, unserem Fels in der Alkoholbrandung, unseren Weg zu unserem Strandhaus in Raglan fort.

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