Nach einem wunderschönen Abend in Sheepworld nördlich von Auckland sollte die nächste Station Bay of Islands sein, was weiter nördlich liegt. Wie der Name schon sagt ist das eine Bucht mit vielen mehr oder weniger kleinen Inseln.
Wir hatten eine Segeltörn mit einem Katamaran gebucht, welche um 09.30 Uhr anfangen sollte. Da wir noch eine ziemlich weite Anfahrt vor uns hatten, hieß es also früh aufstehen. Uns schwante bereits schlimmes, da der Wetterbericht irgendwie gar nicht zu unseren Plänen passte. Wie angekündigt regnete es auch den komplette Hinweg und unsere Hoffnung schwand. Doch, wie es sich für einen ordentlichen Wettergott gehört, ließ Adad unsere Hoffnungen mit genau bei Ankunft am Himmel erscheinenden blauen Flecken wieder steigen: Schwein gehabt.
Das Boot, die "Carino", hatte eine angenehme Größe mit 15 zahlenden Passagieren und hatte eine Frau am Steuer. Im Gegensatz zum Auto habe ich da jedoch noch keine vorgefertigte Meinung und wurde auch nicht enttäuscht :-).
Zimmer mit Aussicht
Die Landschaft an diesem Fleckchen Erde ist wunderschön, wohin man blickt schöne kleine grüne Inseln. Nach etwas rumtuckern und Tee trinken durften wir denn auch ein ausgemachtes Ziel der Reise bestaunen: Delfine. Wir „Einheimischen“ hatten uns ja bereits auf Bali einen Blick auf Flipper gegönnt, hier war er jedoch wesentlich näher am Boot. Für das wohl auch oft mögliche Schwimmen mit Flipper, wie Sandy mit zugehörigem Trällern von „They call him Flipper, Flipper, faster than lightning, no-one you see, is smarter than he“ usw., war es jedoch etwas kühl.
Nachdem Flipper und seine Familie keine Lust mehr hatten begafft zu werden, steuerten wir auf eine der Inseln zu, um dort kurz an Land zu gehen. Wer Lust hatte, durfte auch eine Runde schnorcheln gehen. Da Dorle und ich leider ziemlich erkältet waren, stampften wir lieber auf der Insel herum. Vom Gipfel des Inselhügels hatte man eine atemberaubende Aussicht auf die anderen Inseln und das Meer und natürlich leisteten die Kameras Schwerstarbeit. Das wirklich schöne an der Insel war, dass sie einfach naturbelassen war. Es gab weder Wege, noch Müll, noch sonstige Anzeichen von Zivilisation, außer einem grünen Holzkasten, der scheinbar als Müllbehälter diente.
Das trifft jedoch nicht auf alle Inseln zu. Einige sind in privater Hand und beherbergen nette Villen mit dazugehörigem Hubschrauberlandeplatz. Zumindest auf einer davon kann man sich auch einmieten, wenn man das nötige Taschengeld in Höhe eines guten fünfstelligen Betrages pro Nacht hat.
Essen und Segeln
Wieder auf dem Schiff gab es erstmal ein zünftiges BBQ, oder wie man hier sagt: Barbie (nur ohne blonde Haare) und ein lecker Bierchen. Dann hieß es endlich segeln, wobei wir beim Segel setzen gleich mal Hand anlegen durften. Danach segelten wir gemütlich dahin und ließen die Seele baumeln. Irgendwann segelten wir auch an einer faulen Robbe vorbei, die uns aber immerhin zum Abschied winkte. Auch ein paar kleine Pinguine bekamen wir kurz zu Gesicht, welche uns aber nicht winkten. Man kann ja nicht alles haben. Doreen gesellte sich auch mal kurz zu unserem Skipper und schnaggte eine Runde mit ihr oben auf dem Kommandoposten. Dabei erfuhr sie, dass die gute Frau Eigentümerin des Bootes ist, welches mit 900.000 NZ$ als Gebrauchtboot nicht ganz billig war (finde ich zumindest) und von ihr persönlich bereits umgebaut wurde. Da im Winter das Touristengeschäft nicht so gut läuft, segelt sie in dieser Zeit irgendwo in der Karibik Boote gegen Geld von A nach B. Cooler Job.
Wieder an Land
Nach sechs Stunden wieder an Land hatten wir ordentlich Farbe bekommen, welche leider sehr ins Rote ging. Daraufhin kauften wir meinem Onkel eine tolle „Bay of Islands“-Basecap, um Wiederholungsfällen vorzubeugen. Danach ging’s ab in unseren Mietbungalow in Russel. Auf dem Weg dorthin mussten wir mit der Fähre fahren, was aber sehr zügig von statten ging. Nach einem leckeren Abendessen (natürlich BBQ) fielen wir ins Bett, da auch der nächsten Tag bereits verplant war.