Der (Fort)bewegungsmöglichkeiten gibt es ja viele, aber zuersteinmal herzlichen Dank für die Glückwünsche zu meinem Geburtstag. Hab mich sehr gefreut, dass doch noch so viele von euch daran gedacht haben. Da ich mein Geburtstagsvorhaben erst heute umsetzen konnte, kommt der Bericht etwas verspätet. Aber ich beginn mal chronologisch:
Aktiv in Nelson
Mitte August hat mein Chef mich zu einem 7km Lauf überredet, was er vielleicht später bereut hat, denn 5 Meter vorm Ziel hab ich ihn im Endspurt überholt. Meine Zeit: 37:33. Eine Woche später hab ich mich erstmals im Duathlon versucht. Das ganze fand auf Rabbit Island statt und die Strecke führte am Strand vorbei, aber auch hügelig über Stock und Stein sowie durch Sand und Schlamm. Länge der Strecke: 4 Laufen, 11 Mountainbike, 2 Laufen. Meine Zeit: 1:13:11. Und da hier sportliche Veranstaltungen ziemlich verbreitet sind, trainiere ich derzeit mit einer Kollegin und wir gehen mittwochs laufen. Neulich hatte sie ihren Hund dabei, der beim Abwärtslaufen eine Kurve geschnitten und dabei mir die Beine weggerissen hat, dass ich auf meinem Hintern landete. Außer einem blauen Fleck, der langsam schwindet, ist aber nichts weiter passiert.
Auf dem Rücken der Pferde
Zur Abwechslung hab ich mir dann mal in der Nähe von Blenheim die Welt hoch zu Roß angesehen. An dem Ausritt vom Reiterhof High-Horse nahmen dessen Inhaberin sowie zwei junge Frauen, die dort arbeiten, eine englische Medizinstudentin und ich teil. Zuerst ging es auf sowie über einige Hügel und zurück durch ein Tal, wobei wir einen Fluss mehrmals durchquerten. Es hat Spaß gemacht, war aber auch anstrengend zum einen, weil man im Sattel Muskeln anspannt, die man sonst wohl eher nicht nutzt und zum anderen weil ich mich ständig konzentriert habe für den Fall, dass das Tier eine unvermutete Bewegung macht. Trotz allem blieb der erwartete Muskelkater aus, wahrscheinlich weil ich die 12km von Blenheim zum Reiterhof und wieder zurück mit dem Fahrrad zurückgelegt habe.
Geburtstagsüberraschung
Mein Geburtstagswochenende verbrachte ich dann bei Aranza und Wally auf der Orini Farm. Am Samstag machten Aranza, Laura (eine Argentinerin, die gerade auf der Farm arbeitet) und ich einen Ausflug an die Küste nach Tauranga und Waihi, wo wir uns eine Goldmine ansahen. Leider fand das alles im Regen statt. Abends schickte Wally uns in ein Restaurant nach Hamilton, er hatte uns einen Tisch bestellt – als Überraschung. Das war es dann auch: als wir ankamen, stellte sich heraus, dass die Kellner mit freiem Oberkörper rumliefen und zwischen den Mahlzeiten eine Playback-Show darboten. Na wir haben uns sehr amüsiert und das Essen war auch lecker. Am nächsten Tag traf ich dann fast die ganze Familie von Wally auf einem Dampfmaschinenfest wieder und abends wurde bei Oma und Opa (Wallys Eltern) gegrillt. Wallys Mutter gab mir noch eine Tüte Tamarillos mit, das ist eine eiförmige rot-gelbe Beerenfrucht, die sowohl mit der Kartoffel als auch der Tomate verwandt ist. Wie auch immer, daraus habe ich dann zu Haus einen neuen Wein angesetzt.
Sonne in der Hauptstadt
Am letzten Wochenende hab ich mir mal Wellington angeschaut. Es ist wohl eine der entspanntesten Hauptstädte, die ich bisher besucht habe. Die Innenstadt ist sehr kompakt, dass man zu Fuss ganz gut zurecht kommt. Eigentlich ist Wellington auch für Wind und rauhes Wetter bekannt, aber ich hatte wohl Glück und zwei Tage lang blauen Himmel und Sonnenschein. Sehr schön ist auch der Botanische Garten, in dem gerade jede Menge Tulpen blühten. Am Samstagnachmittag war ich dann im Te Papa Nationalmuseum bei einem Internationalen Tanzfestival mit Tänzen u.a. aus Russland, Kolumbien und Bali. Das war echt super. Anschließend sah ich mir diverse Ausstellungen jeglicher Art an (Kultur, Geschichte, Zeitgenössisch, Flora, Fauna etc). Das Te Papa ist wirklich einen Besuch wert!
Spanischtreff
So und heute morgen hab ich meine chilenische Freundin Ana abgeholt und wir machten uns auf den Weg zu einem „Tag auf der Farm bei Margot und Peter“ von der Spanischen Konversationsgruppe. Die beiden wohnen seit 22 Jahren auf der Farm, haben Schafe mit vielen Lämmern, Bienen, Obstbäume und keine Ahnung was sonst noch. Außerdem interessieren sie sich für spanische und südamerikanische Kultur und einmal im Jahr laden sie die Spanischgruppe zu einem Hangi auf ihre Farm ein.
Freier Fall
Ana und ich fuhren jedoch vorerst in Motueka vorbei und ich setzte mein Geburtstagsvorhaben in die Tat um und ging Tandem-Fallschirmspringen. Zuerst wurde ich eingekleidet und es wurden die Gurte und Riemen angelegt. Mein Tandem-Partner Simon checkte nochmal, ob alles richtig sitzt und schon saß ich im Flugzeug und es ging in 13.000 Fuß (knapp 4.000 Meter) Höhe. Die Aussicht war echt super. Wir sind dann von den drei Paaren an Bord als letztes gesprungen. Es ging alles ziemlich schnell, wir saßen an der Luke, ein Lächeln in die Kamera, den Kopf in den Nacken und dann hinaus in den freien Fall. Das war echt Wahnsinn! Vor allem, weil Simon dafür sorgte, dass wir uns im Kreis drehten und somit den 360 Grad Blick hatten - auf Nelson, den Abel Tasman Park, schneebedeckte Berge, Rabbit Island und das Meer. Die Geschwindigkeit von wohl 200km/h spürt man nicht wirklich wenn man mit allen Vieren von sich gestreckt vom Himmel fällt. Dann gab es einen Ruck als der Fallschirm aufging und wir begaben uns von der horizontalen Fluglage in die vertikale und der Erdboden kam langsam (mit 30km/h) näher. Aber selbst diesen Anblick fand ich unglaublich – man sieht an sich selbst herunter, sieht seine Füße in der Luft hängen und ganz weit unten sind Felder, Straßen, Häuser usw. Zum Schluss hieß es dann nochmal Beine nach vorn strecken und die Landung auf dem Hintern verlief problemlos und unerwartet sanft. Ja, ich würd´s nicht nur weiterempfehlen sondern auch nochmal machen!
Den Rest des Tages verbrachten wir dann wie schon gesagt auf der Farm bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein.