Daß jetzt hier Winter ist, ist ja bekannt. Allerdings erleben wir hier gerade den kältesten Winter seit über 10 Jahren und zumindest nachts gibt es Frost und morgens sind die Autoscheiben zugefroren (nicht unsere, denn wir haben eine Garage) und Bäume und Wiesen sind weiß vom Reif. Tagsüber erwärmt es sich immerhin auf über 10 Grad. Zu warm für Glühwein, aber kalt genug für kalte Füße.
Weihnachtsfeier
Weihnachten ist im Winter, zumindest in Europa. Da hier Weihnachten mitten im Sommer ist und viele Leute unterwegs sind oder keine Zeit haben für Weihnachtsfeiern, werden diese auf die Wintermonate verlegt. So auch beim Nelson Winemaker Club. Und da mein Lehrer vom Weinkurs Mitglied dieses Clubs ist, lud er alle Kursmitglieder ein. So haben wir dann einen Apfelkuchen gebacken und sind in die Memorial Hall in Stoke (einem Stadtteil von Nelson) zur Weihnachtsfeier gefahren. Die Tische waren auch alle hübsch weihnachtlich dekoriert. Jeder brachte was zu essen mit. Und wie es sich für einen Winemaker Club gehört, gab es auch jede Menge leckeren Wein. So haben wir uns gelabt und mit den Weinmachern unterhalten. Dazu ist zu sagen, dass dieser Club in den 30er Jahren gegründet wurde und wohl zum großen Teil aus seinen Original-Mitgliedern besteht. Um das Durchschnittsalter des Clubs zu drücken, sind wir jetzt auch Mitglieder geworden. Man kann ja nur lernen von den Profis! Und unser erster Wein wird wohl in ein bis zwei Wochen auch fertig sein.
Weltberühmt in Nelson
Im letzten Bericht erzählte ich ja von dem Winterschwimmen. Das Foto dazu war dann auch in der Zeitung abgebildet mit der Bildunterschrift: Doreen Lembke tries some cold water therapy. Und soweit ich Leute kenne in Nelson, haben es auch alle gesehen und mich drauf angesprochen – im Fitness-Studio, beim Weinkurs, bei Ed im Büro und bei mir auf der Arbeit sowieso. Ich wurde auch gleich mit der hausinternen Regel bekannt gemacht – wenn dein Bild in der Zeitung ist, dann musst du Schokolade mitbringen.
Zwei Minuten
Die Fußball-WM ist zur EM geworden. Wir verfolgen das ja hier zu unmöglichen Zeiten mit. Auch das Spiel heute morgen zwischen Deutschland und Italien haben wir life gesehen. Kurz vor dem Ende der zweiten Verlängerungshälfte klingelte unser Telefon und unsere Immigrationsberaterin sagte uns, dass unser Antrag auf Residence genehmigt wurde. 10 Minuten später schoß Italien ein Tor. Den Rest kennt ihr sicher selbst… Mit gemischten Gefühlen fuhren wir dann jedenfalls zur Arbeit. Wir brauchen uns keine Visums-Sorgen mehr machen. Der Aufwand, sich durch Papiere und Formulare zu kämpfen, hat sich gelohnt. Aber das deutsche Team hat zwei Minuten zu früh ein Tor kassiert.
Anmerkung von Ed: Ich könnte ja immer noch heulen. Nichtmal über unsere innig erwartete Residence konnte ich mich richtig freuen. Trotzdem ist sie eine riesen Erleichterung, besonders da mein Visum in 2 Wochen abgelaufen wäre :-) Immer auf den letzten Drücker, ne? Kenn mer ja schon. Mal ein paar Details zur Residence: Man bekommt sie erstmal auf 2 Jahre ausgestellt, in denen man nachweislich in jedem Jahr min. 6 Monate in Neuseeland verbringen muss, danach ist sie unbegrenzt und ohne Auflagen gültig. Also wisst ihr ja jetzt, wo wir die nächsten 2 Jahre für min. 6 Monate/Jahr sein werden. Was danach kommt, weiß der Geier, und der verrät es uns in 2 Jahren.
Running in the Dark (Laufen im Dunkeln)
Das klingt fast wie ein Filmtitel. Mein Chef hat mich mal wieder dezent auf eine Laufveranstaltung hingewiesen, die sein Laufclub durchführt: die 5km-Lauf-Mitt-Winter-Serie. D.h. 4x mittwochs im Juli werden abends nach der Arbeit 5km Strecken gelaufen. Jeden Mittwoch eine andere. Alles Straßenläufe, in der Nähe vom Strand (also Flachland), Start kurz nach 18 Uhr (also im Dunkeln). Diese Laufe-Serie feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Und da haben Edi und ich heute auch teilgenommen. 5 km ist ja echt eine gemeine Strecke. Und mit ca 27 und 29 Minuten haben wir die beiden letzten Plätze belegt. Aber dabei sein ist alles. Und es gibt ja noch drei Läufe, in denen wir uns verbessern können.