Turner Auctions
Auction (blurry)
Our Mitsubishi LiberoX
Vier Räder und ein Zahnriemen
30.07.2005 von Ed

In Neuseeland angekommen standen wir vor unseren ersten drei Problemen. Ein Haus, ein Auto, ein Job. Eigentlich sollte man meinen, ein Auto zu finden sollte am einfachsten zu bewerkstelligen sein. Doch weit gefehlt. Ein Kombi sollte es sein.

An einem unserer ersten Abende fragten wir Wally, wo man denn günstige Autos herbekommt. Er meinte, dass in Hamilton regelmäßig Autoauktionen abgehalten werden. Als alter ebay-Freund wurde ich natürlich hellhörig :-). Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sollte es denn soweit sein, zwei Auktionshäuser standen zur Auswahl: Turners und Autoauctioneers. Also fuhren wir am Dienstag Vormittag zu Turners. Wir schauten uns etwas um, aber viel Auswahl gab es nicht. An den Autos standen von den Auktionshäusern geschätzte Preise, wie viel das Auto wahrscheinlich bringen wird. Unser Blick fiel auf einen Subaru Legacy Grandwagon, schön hoch (Richtung Offroader), guter Zustand, super Ausstattung. Der geschätzte Preis lag bei 5500-6000 NZ$. Die Probefahrt machte auch richtig Spaß und freundlicherweise checkte der Farmmechaniker Dave von Wally das Auto auch noch kurz durch. Wir einigten uns untereinander auf einen Maximalpreis von 5000$, was bereits wesentlich über unserem angestrebten Kaufpreis für ein Auto lag.


Turner Auctions

Voller Spannung warteten wir auf den Auktionsbeginn um 18 Uhr. Dabei sitzt man gegenüber dem Auktionator und dazwischen werden die Autos vorgefahren. Der Auktionator liest in schwindelerregender Geschwindigkeit die Daten vor und fängt mit einem relativ hohen Preis an, Gebote einzusammeln. Wenn kein Gebot abgegeben wird, geht er mit dem Preis solange runter, bis ein Gebot abgegeben wird, und geht dann wieder hoch. THEORETISCH. In der Praxis jedoch geht er nur soweit runter, wie es für ihn Sinn macht, denn auf die meisten Autos haben die Eigentümer Mindestpreise festgelegt. So auch bei unserem. Voller Erwartung versuchten wir dem Highspeed-Gelaber des Auktionators zu folgen, er eröffnete bei 6500 NZ$. Es ging runter, runter, runter.. bis 5700 $. Und dann wurde die Auktion abgebrochen. HÄÄ? Nicht mal die untere Grenze von 5500$ wurde gestreift? Komischerweise kam kurz darauf ein Auktionsgehilfe zu uns, welchem wir vorher unser Interesse an dem Auto signalisiert hatten, und fragte uns, was wir zahlen würden. Mit dem von uns angegeben Preis rief er den Eigentümer an, welcher jedoch auf 6000$ bestand. Deal geplatzt.


Auto Auctioneers

Etwas ernüchtert machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum anderen Auktionshaus. Dort angekommen, unterhielten wir uns mit einem netten Verkäufer, wie das denn da genau abläuft. Er eröffnete uns, dass die meisten Autos Händlern gehören und deshalb gar nicht zur Auktion gehen müssten. Wir sollten uns was anschauen, und dann mit einem Angebotspreis, der möglichst nicht zu weit unter dem Schätzpreis liegt, zu ihm kommen, und er würde dann den Händler anrufen. Gesagt, getan. Außerdem meinte er, dass Subarus wahre Spritvernichter seien und wir damit nicht glücklich werden würden. Hmm, ok, darum stehen wohl so viele Subarus rum.. Die restlichen Kombis waren entweder zu teuer, hatten wesentlich über 200Tkm runter oder waren einfach nur schrottig.

Dann fiel unser Blick auf einen Van (hier auch Peoplemover genannt) von Toyota. Ein Turbodiesel, sah ganz gut aus, hatte aber 200Tkm runter. Der Preis lag bei ca. 4000 NZ$. Na ja, und Platz hat man in so einem Teil ja genug. Die Probefahrt fiel auch nett aus und wir waren fast überzeugt. Nachdem wir eine Nacht drüber geschlafen hatten, entschieden wir uns, den Wagen einer Generalüberprüfung für 95 NZ$ zu unterziehen, um sicher zu gehen. Außerdem hatten wir keinen Aufkleber gefunden, dass der Zahnriemen gewechselt wurde. Diese machen bekanntlich den Autobesitzer beim reißen sehr unglücklich, da meist dabei auch der Motor hopps geht und sollten alle ca. 100Tkm gewechselt werden. Am darauf folgenden Tag war die Inspektion erledigt und wir konnten uns das Ergebnis anschauen. Auch die Werkstatt hatte keinen Hinweis auf Zahnriemenwechsel gefunden und auch noch ein paar weitere Mängel festgestellt. Gesamtkosten für Reparatur: ca. 1000 NZ$. Also zum Auktionator, ihm gesagt, er solle ein Angebot über 3000 NZ$ machen, damit wir die Reparatur bezahlen können und damit beim angegebenen Preis bleiben. Aber: Pustekuchen. Die Kontaktperson des Händlers war ein WEITERER Zwischenhändler, welcher unter 3500NZ$ Gebot dieses gar nicht erst an den Eigentümer weiterleiten wollten. Deal schon wieder geplatzt.


Die gute alte Zeitung

Langsam schon etwas angenervt wollten wir nun endlich ein Auto finden. Doreen wollte schon gar nix mehr wissen von allem, was mit Autokauf zu tun hat, und blieb einen Tag auf der Farm (s. ihr Bericht). Die nächste Möglichkeit, ein Auto zu finden, war die lokale Kleinanzeigenzeitung. Beim Durchlesen blieben genau zwei Angebote über, die uns passten. Angerufen: ja, Auto ist noch da, Termin gemacht. Komischerweise wollte sich der erste Verkäufer sich mit uns auf einem öffentlichen Parkplatz treffen. Das Auto, ein Mitsubishi Libero X, sah dafür aber top aus, hatte nur 120Tkm runter, Zahnriemen war neu gewechselt, Ausstattung gut. Probefahrt verlief ebenso erfreulich. Schon ungeduldig entschieden wir uns noch am gleichen Tag und hatten endlich ein Auto. Warum der Verkäufer sich mit uns auf einem öffentlichen Parkplatz treffen wollte, erfuhren wir am nächsten Tag: Kalt springt der Wagen zwar an, aber hält sein Standgas nicht. Besonders spaßig mit einem Automatik. Zum Glück geht es aber mit ca. 1min manuellem Gashalten, und dann fährt er den ganzen Tag problemlos. Insgesamt sind wir also ganz zufrieden und hoffen, dass das auch so bleibt.

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