Krokodil
Holy Tree
Village
Ricefield
Anders als geplant
20.07.2005 von Doreen

Samstag, 16. Juli 2005 - Ich hab mich mal wieder zu einer Radtour aufgemacht, diesmal in Richtung Norden. Auf der Route wollte ich mir einen Tempel, einen Vieh-Markt und einen Palast anschauen. Aber dann kam doch alles ganz anders.

Fahrradsuche

Das erste Problem bestand darin, ein Fahrrad zu bekommen. Die Vermietstation, bei der ich das letzte Fahrrad auslieh, hatte keins mehr da. Man muss dazu sagen, dass die meisten Vermietungen hier nur Mopeds verleihen. Das mit den Fahrrädern läuft nur nebenbei. Und deshalb haben die wenigen Vermieter, die auch Fahrräder anbieten, nur ein oder zwei Räder verfügbar. Und wenn die vermietet sind, dann gibt es erstmal keins. Ich lief also die Straße entlang, auf der Suche nach einem Rad. Ich wurde auch ziemlich schnell fündig, jedoch verlangten die jungen Männer 80.000 Rupien dafür. Ich sagte, dass ich das letzte Mal 20.000 Rupien zahlte. Sie meinten, dass ich zu dem Preis in ganz Kuta kein Rad bekommen würde. Ich schüttelte den Kopf und ging. Ein Typ kam mir noch hinterher und meinte, er würde es mir für 50.000 geben. Aber ich lehnte ab. Nach weiterem Umhersuchen fand ich schließlich ein weiteres Rad. Die Verkäuferin des Geschäfts rief ihren Chef an und fragte nach dem Preis. Offensichtlich vermietet sie nicht oft Räder. Ich bekam dann das Rad zum Preis von 30.000 Rupien und konnte mich endlich auf den Weg machen.

Ich fuhr also erstmal Richtung Norden, verließ die Touristenorte und radelte dann auf einer kleinen Landstraße entlang. Wie gewohnt grüßten mich die Leute in den Dörfern und lächelten und winkten mir zu. Die Abfahrt zu dem Tempel, den ich suchte hab ich dann irgendwie verpasst und war plötzlich schon in dem Ort, in dem der Viehmarkt sein sollte. Es war aber nirgendwo Viehmarkt. Es gab Märkte auf denen man Obst und Gemüse und auch totes Tier in Form von Fleisch und Fisch kaufen konnte. Aber ein Viehmarkt war nicht in Sicht. Also fuhr ich einfach weiter und laut meiner Karte hätte ich bereits in dem Ort sein müssen, wo der Palast ist. Ich fragte einige Leute, aber von einem Palast hatte niemand gehört und die Karte lesen konnten die meisten auch nicht. Ich wurde von A nach B nach C und wieder nach A geschickt, bis ich irgendwann an einer Kreuzung ohne jegliche Beschilderung stand, an der eine Polizeistation war.

Ich dachte, es sei eine tolle Idee, die Polizisten zu fragen. Die sollten sich auskennen und auch die Karte lesen können. Dem war dann nicht so. Fünf uniformierte Männer im Alter von 40 - 50 Jahren legten meine Karte auf den Tisch und zeigten auf alle möglichen Orte und Straßen und ich hatte das Gefühl, dass sie selbst nicht wussten, wo sie gerade waren. Sehr merkwürdig. Dann kam ein jüngerer Polizist aus einem Büro, der auch ein wenig englisch sprach. Er konnte mir weiterhelfen. Das witzige daran: die Polizeistation befand sich an einer Kreuzung, ca. 100 m von einem Tempel entfernt, der auch auf meiner Karte eingezeichnet war. Da konnte ich gar nicht mehr verstehen, dass die Herren Polizisten sich auf der Karte nicht orientieren konnten.

Wie auch immer. Ich besuchte den Tempel. Das besondere an diesem Tempel war, dass man auf einen der Türme klettern konnte sowie die weitläufigen Parkanlagen. Anschließend wollte ich dann den Palast besuchen, der nun nicht mehr weit sein konnte. Ich fuhr diverse Dorfstraßen entlang, fragte an jeder Straßenkreuzung, aber den Palast schien es nicht zu geben. Ich gab irgendwann auf und suchte nach einem weiteren Ausflugsziel.


Reptilienpark

Etwa 10 km weiter nördlich war auf der Karte ein Reptilienpark eingezeichnet und ich fand, das sei doch ein gutes Ziel. Die Straße führte vorbei am Coca-Cola-Distributions-Center. Das sah schon komisch aus - da fährt man so durch die grüne Tropenvegetation und plötzlich steht man vor roten Türmen.

Ich erreichte auch bald mein Ziel. Ich war die einzige Touristin dort, weil die meisten Besucher an organisierten Touren teilnehmen und vormittags in den Park kommen. Ich war nachmittags hier und bekam somit eine persönliche Führung für mich allein. In dem Reptilienpark gibt es über 300 Krokodile sowie Schlangen, Leguane, Komodowarane und andere. Mittendrin stand ein Käfig mit kleinen Enten. Als Tourist kann man eine Ente kaufen und dann zusehen, wie ein Krokodil eine Ente jagt und frißt. Ich hab verzichtet! Die Krokodile hier werden ansonsten mit Hühnern gefüttert. Jeden dritten Tag ist Fütterung und vertilgen tun die Viecher über 1000 Hühner. Das ist ganz schön viel.


Der heilige Baum

Nach dem Reptilienpark checkte ich erneut meine Karte und mein nächstes Ziel sollte ein heiliger Baum sein. Mit diesem verhielt es sich ähnlich wie mit dem Palast. Ich fuhr im Ort umher, fragte viele Leute, aber von dem Baum wusste niemand. In dem Ort gab es jedoch einen riesigen Baum. Hinter Haus- und Tempelmauern hab ich ihn auch endlich gefunden und ihn für mich als den heiligen Baum erklärt.


Der richtige Weg

Ich machte mich danach auf den Heimweg. Und den richtigen Weg zu finden ist hierzulande nicht immer einfach. Zum einen gibt es kaum Ortsschilder und man muss anhand der Straßenführungen abschätzen, wo man in etwa ist. Dann sind manchmal Orte ausgeschildert, die nicht auf der Karte eingezeichnet sind. Da fährt man manchmal nach Gefühl, mal richtig und mal falsch. Lustig ist es auch, wenn man einheimische nach dem Weg fragt. Die Karte lesen können die meisten nicht, aber das ist ja auch nicht so schlimm. Aber als ich beispielsweise auf dem Rückweg fälschlicherweise in Denpasar, der Hauptstadt Balis, landete und ratlos an einer Kreuzung stand, kam eine Frau mit ihrem Sohn und ihrer Tochter auf mich zu und fragten ob sie helfen könnten. Ich fragte nach dem Weg nach Kuta - die Frau zeigte auf die Straße zurück, die Tochter geradeaus und der Sohn nach rechts. Klasse! Sie einigten sich dann und natürlich hatte Mutti recht ;o) und ich fand auch meinen Weg zurück.

«zurück zur Übersicht