Doreen @ Uluwatu
Man on bike
Monkey
Street to Uluwatu
Uluwatu Radtour
11.07.2005 von Doreen

Sonntag, 10. Juli 2005 - Ich habe erneut eine Radtour unternommen - und zwar diesmal auf eigene Faust. Ich hab mir ein Rad für 20.000 Rupien geliehen (Zum Vergleich: die organisierte Tour hat 390.000 Rupien gekostet - 1 Euro = ca. 11400 Rupien). Und ich hab mir eine Karte von Bali gekauft.



Eine abwechslungreiche Fahrt

Als Ziel hab ich mir Uluwatu ausgesucht. Dieser Ort liegt an der Südwestküste auf einer Halbinsel ganz im Süden Balis. Die einfache Strecke beträgt etwa 23 km. Gegen 11 Uhr mittags machte ich mich auf den Weg und durchfuhr zuerst Legian Beach und Kuta, die wohl touristischsten Orte Balis. Dort herrscht immer dichter und chaotischer Verkehr auf den Straßen. Dank meiner regelmäßigen Fahrradtouren in und durch London in den letzten Monaten hatte ich jedoch kein Problem damit. Dann musste ich etwa ein bis zwei Kilometer auf so einer Hauptverkehrsstraße fahren, das war auch ein Erlebnis für sich, da ich mich plötzlich zwischen zwei Spuren inmitten von vielen Autos, LKWs und Mopeds wiederfand. Aber irgendwie schaffte ich es wieder an den linken Straßenrand, wo ich mich auch sicher fühlte.

Es wurde auf der Straße auch ständig gehupt. In einem Reiseführer hab ich gelesen, mir die Auto-, Moped-, Bus- und LKW-Fahrer mit dem Hupen ein Zeichen geben, dass sie mich gesehen haben. Von daher fand ich das eher beruhigend als das es mich nervös gemacht hätte.

Es folgte ein weiterer kleiner und weniger touristischer Ort und dann die Berge. Es kamen einige heftige Anstiege auf mich zu und ich muss zugeben, einige Male mein Rad geschoben zu haben. Oben angekommen hatte ich einen Blick aufs Meer und die nachfolgende Strecke war angenehm hügelig. Was das Fahren angenehm machte, waren die vielen Leute, die mir zuwinkten oder mir den nach oben gestreckten Daumen zeigten. Wenn man in der Hitze unter Schweißausbrüchen mit so einem Anstieg kämpft, dann sind lächelnde Gesichter eine wirkliche Aufmunterung.


Pura Luhur Uluwatu

So heißt der Tempel in Uluwatu. Als ich dort ankam, durfte ich mein Fahrrad an einem bewachten Parkplatz abstellen. Ich zahlte 3000 Rupien Eintritt, um die Tempelanlage zu besichtigen und mir wurde ein lila-farbener Sarong angezogen und ein gelber Gürtel umgebunden. Ohne einen Sarong (eine Art Wickelrock) darf die Tempelanlage nicht betreten werden und der gelbe Gürtel zeigt, dass man Respekt vor den Göttern hat.

Was als erstes auffiel in der Tempelanlage waren die vielen Affen. Es leben wohl über 100 Affen in der Gegend, und diese haben sich auch im Tempel breit gemacht; wohl vor allem, weil sie dort von Touristen gefüttert werden. Die gesamte Tempelanlage befindet sich auf Felsklippen und wird von einer Mauer begrenzt, von welcher man einen Blick aufs Meer und die anliegenden Klippen hat. Der innere Teil der Anlage darf nur von Gläubigen besucht werden, die hierherkommen, um zu beten. Für Touristen ist der Zutritt verboten. Dafür kann man in den terrassenartigen Gartenanlagen spazieren und auch den Blick aufs Meer genießen.


Versteckte Strände

Ich setzte meine Fahrt dann fort auf der Suche nach einem Strand. Die Straße hatte nun kurze Wechsel zwischen kurzen steilen Anstiegen und Abfahrten. Das war ganz schön anstrengend. Und dummerweise bin ich zweimal falsch abgebogen, dass ich das auf und ab doppelt bewältigen musste. Dann war die Straße plötzlich zu Ende und ein paar Frauen saßen in einer Bambushütte und verkauften T-Shirts und sonstige Souvenirs. Ich fragte nach dem Weg zum Strand. Sie wiesen auf eine steile Treppe, die neben der Bambushütte begann. Ich löhnte dann noch 1000 Rupien fürs Fahrradparken und stieg die Treppe hinab.

Auf der Treppe saßen wieder jede Menge Affen. Ich hatte gelesen, dass sie den Touristen auch mal was aus der Tasche klauen. Aber sie schienen recht friedlich und sich nicht wirklich für vorbeikommende Touristen zu interessieren. Schließlich erreichte ich das Ende der Treppe und zwischen riesigen Felsen war ein winziger Strand verborgen. Ich kletterte ein wenig zwischen den Felsen umher und sah draußen auf dem Meer einige Surfer. Diese Gegend hier ist angeblich beliebt bei den Surfern, die nicht auf solche Touristendörfer wie Kuta stehen.

*Anmerkung Carsten: Hier in der Nähe befindet sich auch der Dreamland Beach, eine sehr schöne abgelegene Bucht hauptsächlich von Surfern besucht. Dort stehen nur ein paar Losmen und Strandhütten.

Ich hatte jedenfalls auch Lust auf ein kühles Bad, legte meine Klamotten (Flip-Flops, Tasche, Shirt und Hose) auf einem Felsen ab und ging baden. Ein Mädel und ein Typ, die gemeinsam mit mir dort ankamen, gingen auch baden. Die Wellen waren jedoch ziemlich stark und warfen uns um, dass wir meist hinfielen und uns kaputtlachten. Das war ziemlich lustig. Und nach dem Strampeln in der Sonne auf jeden Fall auch angenehm.


Getränkestände

Ich musste mich nun langsam auf den Rückweg machen, immerhin wird es ab sechs Uhr hier langsam dunkel. Es ging also erstmal wieder bergauf und dann wurd's hügelig und dann bergab und schließlich ebenerdig. Eine weitere gute Sache auf der Tour war, dass man wirklich nicht so viel zu trinken mitzunehmen braucht. Sicher muss man viel trinken bei der Hitze. Aber es gibt wirklich überall Stände an der Straße, an denen man Getränke kaufen kann. Das interessante dabei sind die Preisunterschiede. In den Gegenden, in denen kaum ein Tourist vorbeikommt, zahlt man etwa 2000 Rupien für eine Flasche (Cola, Eistee, Wasser). Dort wo sich viele Touristen aufhalten, zahlt man manchmal schon 8000 Rupien für das gleiche Getränk.


Stau in Kuta

Auf meinen letzten Kilometern musste ich dann mal wieder durch den Stau in Kuta. Im Taxi kann das echt langweilig sein, weil man das Gefühl hat, auf der Stelle zu stehen. Aber mit dem Fahrrad ist das echt lustig. Man reiht sich zwischen den hunderten Mopedfahrern ein und springt von Lücke zu Lücke, überholt mal links und mal rechts. Das war dann noch so ein kleines Abenteuer für sich. Gegen 17:30 Uhr war ich zurück und gab mein Fahrrad wieder ab, schon mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass das nicht meine letzte Radtour hier war!

«zurück zur Übersicht