Die Zeit war gekommen, die sommerlichen Gefilde von Bali zu verlassen. Der 5,5h lange Flug von Denpasar nach Melbourne war ein bisschen anstrengend, da Ed und ich irgendwie angeschlagen waren von unserem am Tage zuvor verzehrtem Essen auf Bali. Geschlafen hatten wir alle nicht viel und waren entsprechend müde bei unserem dreistündigen Aufenthalt am Melbourner Flughafen, beginnend um 6.00 Uhr früh.
Gegen 9.30 Uhr ging es mit 30 Minuten Verspätung weiter, nachdem irgendein Passagier nicht aufgetaucht war. Der anschließende 3,5h lange Flug kam uns bestimmt genauso lange vor wie der vorangegangene.
Erstkontakt
Am 21.07. (genau einen Monat nach unserem Aufbruch) sind wir nun endlich gegen 15.00 Uhr Ortszeit am anderen Ende der Welt angekommen Neuseeland. Schon beim Anflug konnte man einige grüne Hügellandschaften bewundern.
Am Flughafen wurden wir dann von Doreens Freundin Aranza abgeholt. Mal abgesehen von dem Flughafenpersonal, war Sie unser erster Kontakt mit einem Kiwi. Um genau zu sein, kommt Aranza eigentlich aus Argentinien und kennen gelernt haben sich Doreen und Aranza, während ihrer gemeinsamen Zeit in Yorkshire (UK).
Aranza und Ihr Mann Wally haben uns einen sehr herzlichen Empfang geboten und gleich die Neuseeländische Gastfreundlichkeit zum Besten gegeben. Zusammen mit Ihrer 1,5 jährigen Tochter Catalina und dem erst 2 Monate alten Matheo, leben sie auf einer 1000ha großen Farm, auf der sich 2000+ Rinder, ein paar wenige Schafe, Ziegen, Pfauen, Enten, Kaninchen und jetzt 3 Touristen rumtreiben. Als wir von der Straße auf die Farm einbogen, war der erste Gedanke: Das sieht aus wie die J.R.Ewing-Farm - nur nicht so trocken. Das Gelände ist wirklich riesig und wir wohnen in einem schönen Holzhaus zusammen mit Aranza, Wally, Catalina und Matheo. Ringsherum nur grüne Hügel und Wiesen. Abends eine herrliche Stille und sehr wenig Lichtverschmutzung d.h. es gibt eine Menge Sterne zu sehen.
Das Kerngeschäft der Farm ist die Milchproduktion und zu einer bestimmten Zeit im Jahr wird zusätzlich noch Schlachtvieh verkauft. Im Moment werden am laufenden Band Kälber geboren, so ca. 20 am Tag da haben die beiden natürlich allerhand zu tun. Aranza ist Tierärztin und überwacht fast den ganzen Tag die Geburten.
Dass wir hier wohnen können und einen Wagen geliehen bekommen, erleichtert uns die Wohnungs- und Autosuche schon sehr. Zum einen bekommen wir immer hilfreiche Tipps und zum anderen sparen wir Geld, weil wir uns kein Zimmer und kein Auto mieten müssen. Von hieraus auch noch mal muchas Gracias y many many thanks!
Winterklima
Die ersten beiden Tage waren Sonnenschein pur. Offensichtlich hatten wir die Sonne aus Bali mitgebracht, da es hier vorher wohl wochenlang geregnet hatte oder bewölkt war. Auch die Temperaturen sind für den Tiefwinter sehr erträglich. Tagsüber haben wir ca. 15°C, in der Nacht kann es auch schon mal Frost geben.