Donnerstag, 14. Juli 2005 - wir haben einen weiteren Tagesausflug unternommen. Carsten, unser Bali-Erfahrene, hat eine Route ausgesucht. Wir haben wieder unseren Fahrer von vor zwei Tagen kontaktiert, der uns dann gegen 10 Uhr abgeholt hat. Eigentlich wollten wir um 9 Uhr losfahren. Der Fahrer meinte das sei zu früh - und zwar für uns - wir wären dann noch viel zu müde. *hmm* Wir vereinbarten dann 9:30 Uhr. Um 9:25 Uhr rief er an, dass er im Stau stehe und um 10 Uhr da sei.
Sukawati
Erstes Ziel der Reise war Sukawati. Das ist ein kleiner Ort im Südosten, in dem sich damals viele Chinesen ansiedelten, die die Entwicklung des Marktlebens beeinflussten. Sukawati entwickelte sich als Handelsort. Heute gibt es einige Markthallen, in denen man alles mögliche kaufen kann. Allerdings ist auch hier das Angebot inzwischen auf Touristen abgestimmt. Es gibt Klamotten, Bilder, Kunsthandwerkssachen, Stoffe, Souvenirs usw. Ein Gang durch die Markthallen ist jedoch etwas anstrengend, da die Marktstände so dicht zusammenstehen, dass nur schmale Gassen als Durchgang bleiben. Außerdem sind die Stände so vollgestopft, dass man gar nicht sehen kann, was die einzelnen Händler eigentlich anbieten. Wir beließen es auch nur bei einem Rundgang und setzten unsere Fahrt fort.
Der Affenwald von Ubud
Auf dem Weg zum nächsten Ort kamen wir an einem Affenwald vorbei, welchen wir nicht auslassen wollten. In dem Wald leben, wie der Name schon sagt, Affen in freier Natur, nur belästigt von den täglichen Touristenmassen. Andererseits haben sie dadurch ein gutes Auskommen, da Bananen in Hülle und Fülle angeboten werden, welche am Eingang für wahrscheinlich den 5fachen Preis angeboten werden. Dieser Überfluss machte sich dadurch bemerkbar, dass überall angefressene oder sogar ganze Bananen herumlagen. Das hinderte die eigentlich schon satten Affen nicht daran, jedem Touristen mit Bananen nachzustellen und diese einzufordern, dabei werden schamlos Jacken und Taschen durchsucht. Sollten bei der Suche andere Gegenstände zu Tage gefördert werden, gibt man sich auch mal damit zufrieden.
Eine spanische Touristin war so leichtsinnig, einen Affen auf ihre Schulter zu lassen und davor nicht ihre Sonnenbrille abzusetzen. Nachdem der Affe erstmal die Festigkeit ihrer Ohrringe getestet hat, widmete er sich der Sonnenbrille. Bis dahin fand sie das alles auch noch sehr lustig, bis sich der Affe auf einmal mit Sonnebrille in Richtung Wald davonmachte. Langsam dämmerte es der Spanierin, dass sie ihre Sonnebrille nie wieder sehen würde, doch da war es schon viel zu spät. Seelenruhig testete der Affe in ca. 5m Entfernung von der Spanierin die Sonnenbrille auf Biegsamkeit und Festigkeit. Als er feststellte, dass es ein Qualitätsprodukt war, fügte er sie seiner wahrscheinlich schon sehr umfangreichen Sammlung hinzu.
Auf unserem weiteren Streifzug nahm sich Doreen vor, auch einmal ein paar Affen mit einer Banane zu locken. Sparsam wie wir sind, hatten wir natürlich keine Affenanlockausrüstung am Eingang erstanden. Schlau wie unsere Doreen nun mal ist, überlegte sie sich, einfach eine noch ganze vom Boden aufzuheben. Doch weit gefehlt! Ein in der Nähe sitzender Affe betrachtete diese neben der, welche er gerade verspeiste, als sein Eigentum und legte einen leidenschaftlichen Kampf hin, welchen er mit einem Biss in Doreens Finger eindeutig für sich entschied. Glücklicherweise konnte Doreens zähe Landhaut davon nicht penetriert werden und sie kam mit einem Schreck davon. Beim weiteren Spaziergang ergab sich jedoch für Doreen eine Gelegenheit, mit diebischem Grinsen eine herrenlose Banane aufzulesen. Diese setzte sie dann dazu ein, einen Affen auf ihre Schulter zu locken, was zu einem schönen Foto führte. Danach verspürte der Affe scheinbar Lust auf eine starke Männerschulter und kam auch noch zu mir J. Neben diesem ganzen Affentheater sahen wir natürlich noch ein herrliches Stück Natur, welches teilweise stark an einen Indiana Jones Film erinnerte.
von Ed
Reisterrassen
Auf der Weiterfahrt von Ubud in Richtung Norden kamen wir an einigen Reisterrassen vorbei und natürlich hielten wir an, um ein paar Fotos zu machen, denn solche Reisterrassen sind schon sehr fotogen. Wie große grüne Stufen liegen sie an den Berghängen und sehen einfach schick aus!
Mount Kintamani
Die Mittagspause war am Kintamani eingeplant. Von dort hat man einen Blick auf den Vulkan Kintamani und den Kratersee Lake Batur. Der Fahrer setzte uns vor einem nicht ganz günstigen Restaurant ab, wir nehmen mal an weil er Provision kassiert hat. Wir haben uns dann am All-You-Can-Eat-Buffet die Bäuche vollgeschlagen und anschließend gings zur nächsten Fotosession - diesmal waren der Vulkan und der See dran.
Pura Besakih Mutter aller Tempel
Der größte und wichtigste Tempel auf Bali. Purah Besakih könnte in letzter Zeit allerdings auch den Untertitel tragen: wie nehme ich einen Touristen aus. An dem Tempel treiben sie es wirklich bis an die Spitze und machen sich ihr eigenes Geschäft kaputt. Man wird auch schon vom Hotel oder den Fahrern vorgewarnt. Zuerst zahlt man als Tourist so eine Art Kurtaxe wenn man in den Ort kommt ok. Am Tempelparkplatz wird man dann wieder aufgefordert zu zahlen allerdings bleibt unklar wofür genau. Die beiden Typen hinter Ihrem Pult haben einen die ganze Zeit zugetextet und immer was von support local people und need local people to enter the temple und we have official license erzählt aber auch immer betont, dass dies KEIN Eintrittsgeld sei. Also wofür soll man dann zahlen, wenn man keinen Guide will? Selbstverständlich sind auch keine Preise angeschlagen und es wird immer Pi mal Auge berechnet.
Zu uns gesellte sich dann eine Östereichische Familie, die schon einen Richtpreis von 50.000Rp. im Kopf hatte. Nach einer Diskussion wurde die Summe akzeptiert und sie sind reingegangen. Wir wollten uns dann mit dranhängen, da die Österreicher uns aufgefordert hatten mitzukommen. Neeein, das geht nicht schallte es sogleich von hinten, wir müssten auch bezahlen. Ich hatte allerdings die Faxen dicke und bin mit Doreen einfach zum Tempel marschiert. Das gab natürlich gleich Geschrei und Aufruhr am Tresen, den ich allerdings ignorierte. Ed war das allerdings zu bunt und er marschierte schon wieder Richtung Auto überlegte es sich dann aber doch nochmal als uns keiner verhaftet hat und folgte uns in den Tempel.
Im Tempel ging gerade eine große Prozession zu Ende die einmal im Monat stattfindet. Am Ausgang kamen uns kamen Heerscharen von Leuten in festlicher Kleidung und Opfergaben entgegen. Als wir das Tempelgelände betreten haben, kamen uns dann gleich 2 local people entgegen und sagten uns, dass wir den Tempel ohne sie nicht betreten können. Nach ein bisschen Palaber durften wir dann erst bis zur Treppe und dann noch ein Stück weiter. Letztendlich haben wir dann doch 30.000Rp. bezahlt, damit wir eine kleine geführte Tour bekommen.
von Carsten