Carsten & Doreen @ Boat
Doreen & Ed Coral Fishing
Gefangene Fische
Unsere lecker zubereitete Beute
Große Angler, kleine Fische
20.07.2005 von Carsten

Die Idee, Angeln zu gehen kam uns bei einem Besuch unserer Hotelbar nach ein paar ArrackAttack (Lokaler Cocktail). An unserem ersten Tempelbesuchstag haben wir dann Erkundigungen eingeholt, was der Spaß denn kosten würde.


Unser Fahrer Agung, den wir samt Auto für einen Tag gemietet haben hatte - welch Zufall - gleich einen Freund parat, der uns helfen würde (dort haben alle irgenwelche "Freunde"). Dieser war dann auch sehr freundlich, englischsprachig und geschäftstüchtig. Er empfahl uns Coral-Fishing (damit die Farben erhalten bleiben ;-) ), da dort wohl jeder Idiot was rausholt (was er auch so ähnlich ausdrückte). Es gab im Gegensatz dazu auch „Trolling“, wo man mit dem Boot die Angel hinterherzieht und dabei die Chance hat, Flippers Jugendfreund ins Boot zu holen (keine Angst, ich meine einen Thunfisch – diese tauchen immer zusammen auf, also wo kein Flipper, da kein Tuna). Die Chance dabei Erfolg zu haben ist ungleich kleiner, wie wir später erfuhren, da die Saison eher um den Januar ist.

Nun gut, also wurde erstmal Coralfishing (Korallenangeln) näher betrachtet. Am Ende stand der Preis, und der war etwas hoch, nämlich 1,5 Millionen. Also sind wir erstmal zum Beraten am Strand spazieren gegangen und haben zu Mittag gegessen. Direkt neben dem Strandcafe war ein weiterer Touristenstand der auch Angeln anbot. Also Preisvergleich machen. Dieser fing auch mit 1,5 Mio. an, war aber ruckzuck bei 1,2 Mio., und zwar für Trolling mit Delfine schauen und anschließendem Coralfishing, um den Jagdtrieb zu befriedigen. Damit waren alle einverstanden. Wir haben dann abends angerufen und uns am nächsten Tag um 7.30 Uhr (fiese Zeit) abholen lassen. Witzigerweise stand der erste Verkäufertyp dann vor der Tür (der bei dem wir nicht gebucht hatten). Es stellte sich heraus, das dort praktisch alle für die gleiche Firma arbeiten. Ich dachte mir nur, blöd gelaufen für den Typen: keinen Verkauf gemacht und dann auch noch früh zum abholen abgestellt.


Petri heil

Das Boot war mit zwei Außenbordmotoren versehen, war größtenteils überdacht, hatte zwei gegenüberliegenden Sitzreihen längst zur Fahrtrichtung und natürlich den Fahrersitz vorn (wo sonst :-) ). Bordinstrumente haben wir allerdings nicht gefunden. Es gab nur ein Lenkrad, zwei Gashebel und drei Schalter. Kein Tacho, kein Funkgerät – nix. Die Fahrt ging los, zuerst einmotorig, bis wir das Riff passiert hatten, und dann volle Kanne. Man hatte das Gefühl, als ob man fliegt, nur dass das Boot ständig aufs Wasser aufschlug und der Rücken sich freute.

Nach ca. 45 Min. Fahrt kamen wir in ein Gebiet, wo schon mehrere andere Schiffe kreuzten. Und dort sahen wir wirklich Delfine in freier Wildbahn. Flipper mit (Groß-)Familie war überall. Carsten wartete schon mit gezückter Kamera, was bei dem Gewackele und den unstetigen Objekten gar nicht so einfach war; trotzdem sind einige schöne Bilder entstanden. Unser Captain machte inzwischen zwei Angeln klar und steckte diese hinten in dafür vorgesehene Löcher. Dann ging die Fahrt wieder los. Das ist also Trolling. Fand ich nich wirklich spannend, mit hinten befestigten Angeln ein paar Runden mit dem Boot zu drehen. Zum Glück dauerte das nicht so lange und es ging zu den Korallen.

Dort angelangt sah das Meer nicht wirklich anders aus, aber unter uns waren wohl die Korallenriffe. Der Captain holte vom Dach drei Angeln, als Köder gab’s Shrimps und es ging los mit Grundangeln, was richtig Spaß machte. An jeder Angel waren zwei Haken befestigt und Carsten holte auch ziemlich schnell gleich mal zwei Fische auf einmal raus. Leider wäre davon nur Nachbars Katze satt geworden. So ging es ein paar Stunden weiter. Der Eimer füllte sich ziemlich schnell mit Fischen, danach musste ein Plastikbeutel herhalten.

Dabei holten wir verschiedenste Fischarten raus; rote, gelbe, bunte und welche mit Verdauungsproblemen. Ja, eine Fischart gab selbst 20 Min. später noch sehr unfeine Geräusche von sich (die allerdings durch den heftigen Flossenschlag von den seitlichen Stummelflossen her rührten). Von Furzgeräuschen umgeben angelten wir fröhlich vor uns hin.

Bequemer ging’s nicht: Captain macht Köder an Haken, Angel ins Wasser und mit Fisch wieder raus. Captain macht Fisch ab und neuen Köder dran und dann wieder die Angel ins Wasser gehalten (zumindest manchmal, wenn man keine Lust hatte, sich damit zu beschäftigen). Der Captain angelte auch fleißig mit, ohne Angel nur mit Angelschnur und Haken. Er wusste wahrscheinlich, dass die Angeln totale Schrott waren: selbst das Bleigewicht alleine brachte die Angel und die Winde an ihre Grenzen. Irgendwann hatten wir genug vom Angeln, Doreen hatte leichte Gleichgewichtsstörungen (zugegeben war ich auch nicht wirklich scharf drauf noch lange auf dem Boot zu bleiben) und es ging Richtung Land.

Zurück an Land mussten wir schauen, was wir mit unserem immensen Fang anstellen. Mit ins Hotel nehmen und in Kühlschrank legen schien uns nicht wirklich sinnvoll. Uns wurde dann angeboten direkt dort am Strand die Fische zubereiten zu lassen, was wir dann auch haben machen lassen. Gegen einen geringes Trinkgeld wurden unsere Fische schön gegrillt und mit Reis und einer leckeren Balinesischen Sauce serviert.

Die vorher erwähnten „Furzfische“ mussten vorher kurz gekocht werden, weil man sonst die Haut nicht abbekommt. Letztendlich haben wir nur die ca. 8 größeren Exemplare verzehrt die aus „Furzfisch“, Red Snapper und White Snapper bestanden. Beim nächsten Mal haben wir uns vorgenommen einen Thunfisch, Blue Marlin oder Lachs an Land zu ziehen – in Neuseeland dann hoffentlich.

Ed & Carsten

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