Bali Food Festival
Maharta Beach Hotel
Maharta Beach Pool
Maharta Beach SuperiorRooms
Urlaub auf Bali
09.07.2005 von Doreen

Wir haben unsere Zelte in Jakarta abgerissen und sind seit Samstag, 02. Juli 05, auf Bali und werden noch bis zum 20. hier verweilen.


Flug nach Bali

Sonny hatte uns pünktlich zum Flughafen gebracht. Nachdem wir eingecheckt und unsere Flughafensteuer gezahlt haben sowie mehrmals kontrolliert wurden, saßen wir noch gemütlich bis gelangweilt am Flughafen herum. Abflug sollte 15:55 Uhr sein, um 16:10 Uhr wurden wir dann zum Einsteigen gebeten. Alle Fluggäste liefen den Gang entlang, plötzlich bildete sich ein Stau, ein Sicherheitsbeamter kam und schickte alle wieder zurück. Es war wohl eine Fehlinformation und wir sollten noch eine Viertelstunde warten. Also gingen alle wieder zurück in die Wartehalle. Die Viertelstunde dauerte dann erstaunlicherweise doch nur fünf Minuten und wir durften einsteigen. Dank Edis charmanten Lächelns gegenüber der Dame am Check-In-Schalter hatten wir Plätze in der ersten Reihe. Da hat man zwar sehr viel Beinfreiheit, aber da das Flugzeug nach vorn schmaler wird, war es irgendwie doch ziemlich eng. Überhaupt war das Flugzeug sehr klein und auch nicht das neueste Model. - Aber wir sind angekommen, und das ist wichtig.

Diesmal klappte es dann auch mit dem Abholservice. Wir hatten das Hotel über eine Agentur gebucht und wurden von einem Vertreter der Agentur abgeholt und zum Hotel gebracht.


Unser Hotel

Wir sind hier im Maharta Beach Hotel untergebracht, welches sich in Legian Beach befindet. Das Hotel gehört Österreichern und daher spricht das Personal zum Teil auch deutsch und man findet auf der Speisekarte des Restaurants Salzburger Nockerln und Kaiserschmarrn. Der Gesamtpreis für 18 Nächte beträgt 9.944.550,00 Rupien - das macht ca. 16,00 Euro pro Person pro Nacht. Gebäude auf Bali und somit auch Hotels dürfen nicht höher als Palmen gebaut werden (ist so eine abergläubische Sache). Deshalb gibt es mehrere Häuschen auf dem sehr weitläufigen Hotelgelände, welche Unterkünfte im Erdgeschoss und in der ersten Etage bieten. Unsere Unterkunft ist im Erdgeschoss so eines Häuschens. Carsten bewohnt das Zimmer auf der rechten Seite, Edi und ich das auf der linken - und verbinden tut unsere Zimmer eine kleine Terrasse. Vor unserem Haus beginnt ein steinerner Pfad, der sich durch das Hotelgelände schlängelt. Wenn wir diesem Pfad folgen, vorbei an der Rezeption, dem Swimmingpool, einer Liegewiese, weiteren Hotelunterkünften und dem hoteleigenen Restaurant, dann kommt man direkt zum Strand. Es gibt feinen weißen Sandstrand, links und rechts, soweit man sehen kann, und vor einem der Indische Ozean.


Der verlorene Schlüssel

Aus Sicherheitsgründen hatten wir all unsere Dokumente und Karten (Reisepässe, Kreditkarten, Führerscheine usw.) an der Rezeption in einen Safe schließen lassen. Nun wollten wir am ersten Abend das hoteleigene Restaurant besuchen und Carsten wollte diesbezüglich Geld tauschen, welches im besagten Safe war. Doch der Schlüssel war abhanden gekommen. Carsten konnte sich erinnern, dass ich gesagt hätte, er solle den Schlüssel an sich nehmen. Edi hatte bis zu dem Zeitpunkt gar nicht von dem Schlüssel gewusst... Ich erinnerte mich, dass die Rezeptionistin den Schlüssel Carsten gegeben hatte. Wie auch immer - Carsten durchsuchte seine Taschen und Koffer und sein ganzes Zimmer. Wir suchten in unserem Zimmer und fragten nochmal an der Rezeption, ob der Schlüssel nicht doch dort sei. Die Dame war sich 100%ig sicher, uns den Schlüssel gegeben zu haben und wenn er weg sei, dann koste der Spaß 100 US-Dollar. Oops. Naja, da haben wir (insbesondere Carsten) nochmal alles gründlich durchsucht und plötzlich, keiner weiß woher und warum, lag der Schlüssel Carsten zu Füßen. Kleiner Schreck am Anfang mit gutem Ausgang!


Gammeltage

An den ersten Tagen haben wir noch nicht sehr viel getan. Auf jeden Fall haben wir lang geschlafen. Langsam glaub ich allerdings, dass die Klimaanlagen einen in einen langen Tiefschlaf versetzen, denn so viel und so lange hab ich selten geschlafen. Und trotzdem hatte ich nicht wirklich das Gefühl ausgeschlafen zu sein. Jedenfalls gings nach dem Aufstehen zur Liegewiese, dort gab es einen frischgepressten Fruchtsaft und dann ging es baden. Anschließend haben die Jungs auf der Liegewiese des Hotels in der Sonne gelegen, Carsten hat Hörbücher gehört und Ed gelesen. Ich habe Strandspaziergänge gemacht. Einmal waren Edi und ich am Strand joggen (Anmerkung Edi: Au, der Muskelkater tut weh, obwohl ich nur die Hälfte von Doreen gelaufen bin..). Und abends ging es essen. Restaurants gibt es hier in Hülle und Fülle und das Angebot ist auch sehr reichhaltig. Aber dazu wird es irgendwann ein eigenes Kapitel geben.


Bali Food-Festival

Unser erster Tag - 03. Juli - war der letzte Tag des diesjährigen Food-Festivals. Und dieses besuchten wir am Abend. Dort gab es eine lange Fressmeile, in der man einfach alles kaufen konnte: asiatische Speisen, aber viel mehr Hamburger, Nürnberger Bratwurst, Fish and Chips, Schnitzel usw. Edi kaufte sich an einem Getränkestand den grünen Ultradrink namens "Illusion". Das war ein 0,5-Liter-Becher mit allen möglichen Spirituosen (Gin, Wodka, Curacao und noch mehr). Ed wollte dieses grüne Getränk dann mit uns teilen, aber Carsten und ich waren nicht sehr kooperativ und irgendwann gab auch Ed auf.
Wir haben es dann auch vorgezogen in einem Restaurant außerhalb des Festivalgeländes zu essen, denn dort war es einfach zu voll und zu stressig. Wir haben in einer kleinen Nebenstraße ein nettes Lokal mit Reaggy-Musik und leckeren Speisen gefunden.


Musik machen will gelernt sein

Auf dem Rückweg durch das Festivalgelände sahen wir uns dann das Bühnenprogramm an. Durch den Abend führten zwei indonesische Moderatoren (ein junger Mann und eine junge Frau), die die ganze Zeit indonesisch redeten. Wir haben also nichts verstanden. Die erste Band, die wir sahen, war so eine Art Boygroup, von der wir nicht wussten, ob sie sich selbst ernst nahmen oder sich selbst parodierten. Sie coverten alles mögliche z.B. von den Black Eyed Peas, Rob Thomas (Sänger von Matchbox 20), Enrique Iglesias. Leider konnten sie nicht gut singen und sprangen in seltsamer Weise über die Bühne, dass es lächerlich war. Als nächstes kamen vier Mädels in schicken Sporthosen und roten Jacken auf die Bühne. Ihre erste Runde auf dem "Laufsteg" ließ eine Stripshow vermuten (die Jungs haben sich schon drauf gefreut). Aber außer ihren Jacken zogen die Mädels nichts weiter aus und sie hatten alle noch ein Shirt drunter! Dann liefen sie immer wieder hinter die Bühne und holten diverse Geschenkartikel z.B. T-Shirts, Mützen, Rucksäcke, welche sie in die Menge warfen. Wir standen zu weit weg, um auch etwas abzubekommen.

Die Sänger der nächsten Band war des Singens ebenfalls nicht kundig. Zwei Mädels und ein Typ versuchten verschiedene Songs nachzusingen. Auch sie coverten diverse Songs der Black Eyed Peas, die Band scheint hier sehr beliebt zu sein. Beeindruckend war ihre Ausdauer, sie haben bestimmt 5 oder 6 Lieder ohne Pause, nahtlos hintereinander gespielt. Wenn sie nur hätten singen können...
*Anmerkung von Carsten: So schlecht waren die überhaupt nicht für eine Live Band. Vergleichbar mit den sogenannten "Top 40" Bands die bei uns so über diverse Lokalfeste tingeln - und es war die Stamm-Truppe vom Hard Rock Café

Die Entschädigung kam dann aber mit der letzten Band. Vorgestellt wurden sie als Rock'n'Roll-Combo und ihr erstes Stück war auch irgendwas aus den 60er Jahren. Und dann spielten sie Nickelback, Metallica, Led Zeppelin usw. Dieser Sänger konnte auch singen. Aber der absolute Hammer war der Gitarrist - ein zwölfjähriger Indonesier. Das war echt unglaublich, wie der spielen konnte. Er hat ein paar Solos hingelegt, sich zwischendurch mit dem Bassisten unterhalten und einfach weitergespielt oder auch auf den Knien sitzend mit dem Publikum abgeklatscht, wieder eingetzt und weitergespielt. Das ganze mit einen glücklichen Kinderlächeln im Gesicht. Unglaublich.


Prozession am Strand

Dies ist eine kleine Geschichte von einem meiner Strandspaziergänge. Ich lief also am Strand lang, vorbei an Hotels und Touristen, irgendwann weniger Hotels und weniger Touristen und irgendwann keine Hotels mehr und kaum noch Touristen. Da stand am Strand ein Pavillion unter dem ca. 20 bis 30 Balineser/innen saßen. Ich dachte, das sei vielleicht eine Familienzusammenkunft oder so und ging einfach weiter. Dann hörte ich hinter mir diese Gamelan-Musik. Gamelan-Kapellen spielen auf Bali zu Tänzen, Prozessionen und Festen. Es werden in erster Linie Schlaginstrumente gespielt wie Gongs, Trommeln, Xylophone, Zimbeln und Rasseln. Für europäische Ohren mag es nach monotonem Klimpern und Klappern klingen, hierzulande gehört es zum Leben.

Als ich mich jedenfalls umdrehte, sah ich von der Straße her einen Zug von ca. 100 Leuten zum Strand kommen. Alle (Männlein sowie Weiblein) trugen bunte lange Wickelröcke. Vorweg gingen ein paar Männer mit Fahnen. Dann folgten Frauen, die Gefäße trugen. Als nächstes kam eine bunte Menschenschar von denen einige bunte Schirme trugen. Als letztes folgte die Gamelan-Kapelle. Der Zug bewegte sich an dem Pavillion hinunter ans Wasser. Dort legten einige Frauen Opfergaben ins Meer und machten ein paar Gesten, die ich nicht erkennen konnte. Nach dieser Prozedur bewegte sich der Zug zu dem Pavillion, wo sich nach und nach alle setzten, um dann zu beten.

Was die Opfergaben betrifft: Auf Bali sind die Menschen sehr religiös, 95% gehören der Hindu-Dharma-Religion an und damit haben die Balinesen eine ganz eigene Religion, denn die restlichen Indoneser gehören zum größten Teil dem Islam an. Auf Bali wird wohl bis zu fünfmal täglich geopfert und zwar sowohl an die guten als auch an die bösen Geister, damit sich alle gerecht behandelt fühlen und ein ausgeglichenes Verhältnis besteht. Die Opfergaben sehen folgendermaßen aus: aus Bananenblättern werden kleine Körbchen gefaltet, in diese werden mit Blüten, Kräutern, Reiskörnern und Räucherstäbchen (vielleicht auch mit noch mehr). Man sieht sie oft vor Eingängen (vor Geschäften, Hotels, Haustüren), um die bösen Geister abzuhalten.

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