Ja, es ist jetzt schon ein Jahr her seit dem wir Europa verlassen haben. Carsten hat sich gleich mal auf den Weg gemacht, um seinen Geburtstag in diesem Jahr in deutschen Landen zu feiern und natürlich noch einen Teil der Fußball WM live mitzuerleben. Wir sind hier geblieben und schauen uns die Fußballspiele im Fernsehen an – entweder früh morgens oder aufgezeichnet am Abend. Vielleicht fahren wir dann 2010 nach Südafrika ;o) Ansonsten schlagen wir uns an kalten Winterabenden mit unserer Bewerbung auf die Residence rum (vielen Dank für die Fotos übrigens). Und wenn ihr wissen wollt, was sonst passiert ist, dann lest einfach weiter.
Der falsche Fluss
An einem Wochenende machten wir uns auf zu einer Kurzwanderung zu den Maitai Höhlen, ganz in der Nähe von Nelson. Die Wegstrecke war mit 4 Stunden angegeben und es waren ein paar Flussdurchquerungen dabei. Das ist ja immer wieder ein Erlebnis: Schuhe ausziehen, durch das eiskalte Wasser waten, aufpassen, dass man das Gleichgewicht nicht verliert, dann mit den kalten Füßen wieder in die Socken und Schuhe und beim Weiterwandern merken, wie die Füße warm werden. So wanderten wir eine Weile am Fluss entlang und hindurch und immer weiter den Schildern nach, bis irgendwann keine Schilder mehr da waren. Und so liefen wir durchs Gebüsch, mal nach links, mal nach rechts. Wir dachten uns, so lang wir den Fluss hören können, können wir ja nicht so falsch sein. Bis wir den Fluss sahen und feststellten, dass dieser in die falsche Richtung floss und somit nicht der richtige Fluss sein konnte. Ein bißchen komisch war das schon, so orientierungslos im Wald zu stehen. Wir liefen einfach weiter und irgendwann auch in die richtige Richtung, denn plötzlich standen wir vor der Höhle, zu der wir eigentlich wollten. Nach dieser kleinen Irrtour gönnten wir uns eine Tasse Tee. Auf dem Rückweg stellten wir dann fest, dass wir ganz nah an der Höhle vorbeigelaufen sein müssen. Na für die Zukunft haben wir gelernt, wenn keine Schilder mehr da sind, dann sind wir wohl zu weit gelaufen.
In unserer Küche blubberts
Seit Anfang Mai besuche in einen Winemaking Kurs im Nayland College. Dort werden von einem älteren Herrn namens Peter, der auch im Weinmaker Club ist, die Grundkenntnisse vermittelt, die man zur Herstellung von Wein benötigt. Ein Teil des Kurses besteht darin, dass wir Weine probieren, um die Qualität zu analysieren. Da trinken wir dann immer so 5 bis 6 Flaschen und untersuchen Farbe, Säure- und Zuckergehalt usw. Dann werden Erfahrungen und Tipps ausgetauscht. Irgendwie scheint es ja tausende Varianten zu geben, wie man guten Wein machen kann. Und zu all diesen Varianten wieder tausende von Meinungen.
Auf jeden Fall hat Edi auch Gefallen an diesem Hobby gefunden. Und da haben wir uns einige Gallonen, ein Zuckermessgerät, Thermometer, (für Lebensmittel geeignete) Eimer und sonstiges Equipment sowie diverse Mittelchen und Pülverchen zugelegt und an den letzten Wochenenden regelmäßig neue Weine angesetzt. Nachdem wir unser erstes Lehrgeld zahlten, indem ich in den ersten Wein etwas zu stark mit Chemie versetzt hatte und wir das ganze noch auf dem Küchenboden verteilten, läuft es jetzt ganz gut. Sechs Gallonen blubbern fleißig vor sich hin. Apfel, 2x Birne, Fejoa, Kiwi und Boysenberry. Gestern haben wir einen Blaubeerwein angesetzt. Aber auch dieser fing gleich an zu gären. Wir schätzen, dass wir in etwa zwei bis drei Wochen die ersten Flaschen abfüllen können!
Die Maus ist tot
Vor ein paar Wochen hatten wir ungebetene Gäste, die ihre Spuren im Besteckkasten hinterließen. Daraufhin haben wir die Besteckkästen ausgeräumt und mit lecker Käse und Salami belegte Mausefallen aufgestellt. Innerhalb weniger Stunden haben diese drei kleinen Mäuschen das Leben gekostet. Wir haben sie erstmal in den Garten gelegt. Und entweder wurden sie von Nachbar´s Katz gefressen oder von anderen Mäusen davongetragen. Auf jeden Fall ist jetzt wieder Ruhe im Besteckkasten.
Kaltes klares Wasser
Ein Redakteur der Nelson Mail schrieb kürzlich über zwei Männer, die jetzt im Winter noch regelmäßig baden gehen. Er schrieb im selben Artikel, dass er sich selbst auch ins kalte Wasser begeben würde, wenn mindestens 10 Leser mitmachen. Als Termin war Freitag der 16. Juni in der Mittagspause angesetzt. Ich fand das zwar interessant, aber die Mittagspause war mir doch zu kurz, um bis an den Strand zu fahren. Daher antwortete ich nicht.
Zwei Tage vor dem besagten 16. Juni kam nun eine email von dem Redakteur an alle Nelson Mail Angestellten. Es hätten sich wohl mehr als 10 Leser gemeldet und er suche jetzt nach Mitstreitern. Als Lockmittel wurden Glühwein und heiße Suppe angekündigt. Da hab ich doch gleich mal zugesagt, unter der Voraussetzung, dass ich eine Mitfahrgelegenheit bekomme. Ja und so fuhren wir in der Mittagspause zum Hafen. Insgesamt haben 15 Leute mitgemacht. Die meisten waren nur mal kurz planschen. Die Harten (wie es später in der Zeitung stand und zu denen ich mich auch zählen darf) schwamen eine Runde von 300 Metern. Das Wasser hatte sicher noch gute 13 Grad und somit war es ja kein richtiges Winterschwimmen. Spaß gemacht hat es allemal. Nur haben sich kaltes Wasser, frische Luft, Glühwein und die warme Büroluft danach nicht ganz so vertragen und mein Nachmittag war eher anstrengend.
Der Mittelpunkt von Neuseeland
Dass dieser in Nelson ist, haben wir ja schon mal geschrieben. Nach fast zwei Monaten in Nelson haben wir es auch mal in Angriff genommen, diesen Punkt aufzusuchen. Der Weg beginnt ganz in der Nähe vom Zentrum Nelsons und führt gute 20 Minuten bergauf. Von oben hat man dann einen herrlichen Blick über die Stadt, aufs den Hafen und das Meer sowie auf die umliegenden Berge. Leider war es an dem von uns gewählten Tag etwas wolkig. Somit werden wir bei Sonnenschein sicher nocheinmal herkommen.
Schöne Aussicht hatten wir auch gestern wieder. Nachdem wir Carsten zum Flughafen gebracht hatten, machten wir uns nochmal auf zu einer Wanderung am Cable Bay. Dort wanderten beäugt von Schafen und Ziegen über grüne Wiesen. In zwei Tagen ist hier der kürzeste Tag. Na und dann geht es doch wieder Richtung Sommer! Euch erstmal einen schönen!