Mittwoch hatte ich irgendwie gar keine rechte Lust zu arbeiten. Die Sonne strahlte mal wieder vom Himmel und die Mädels hatten auch noch keine Pläne.
Ein paar Tage zuvor hatte ich bereits gelesen, dass es hier in Nelson einen Golfplatz gibt der ziemlich günstig ist, wenn ich das an deutschen Verhältnissen messe.
Mit meinem Kollegen/Chef Sigi hatte ich darüber auch schon gequatscht, dass wir mal Golfen gehen sollten. Er hat zufällig 3 Golfausrüstungen zu Hause stehen und war schon ein paar Mal auf dem Platz. Fluchs angerufen und herausgefunden, dass er ebenfalls keine Lust auf Arbeit hatte, entschieden wir uns mal eben spontan eine Runde Golfen zu gehen.
Susi, Jenny und ich sind nicht gerade erfahren in diesem Spiel. Die einzige Qualifikation, die wir mitbringen sind Profi-Skills im Minigolf (Susi & Jenny) und 200 Stunden Outlaw Golf auf der XBOX (meine Wenigkeit). Man könnte auch sagen, wir sind blutige Anfänger :-)
Zum Glück ist das hier in Neuseeland recht entspannt und es interessiert niemanden, was für ein Handicap man besitzt geschweige denn die richtige Ausrüstung (Hose, Schuhe und sonstwas für ein Schnickschnack - dabei entschuldige ich mich an dieser Stelle schonmal gleich bei allen mitlesenden Profigolfern und Experten für meine unqualifizierten Äußerungen :-) )
Anyway, das Golfen war also unkompliziert und günstig. Keinen Clubbeitrag von 2000€/Jahr + Platzrunde oder sowas (gibts hier sicherlich auch irgendwo) - einfach hingehen, 12NZ$ auf den Tisch legen (9 Löcher) und loslegen.
Zu Beginn hat Sigi uns versucht einige Grundregeln beizubringen. Ab und an hatte auch jeder mal seine Glanz-Momente, wobei die anderen eher überwiegten ;-) Aber es war sehr amüsant. In weiser Voraussicht dachte ich mir, nimmste mal einen roten Golfball, weil Du eh nicht geradeaus schlägst. Und...ich hatte recht, der erste Abschlag ging gleich ordentlich ins "Rough". Was ich allerdings nicht beachtet hatte war, dass wir hier gerade Herbst haben und ein roter Ball nicht unbedigt heraussticht wenn er zwischen rotem Herbstlaub landet. So konnte ich den ersten Ball nach dem ersten Schlag bereits als verloren melden.
Einer meiner besten Schläge mit einer 3er "Big Bertha" war nahezu perfekt - wenn man davon absieht, dass der Ball ca. 3m vor mir mit mindestens 200km/h in den Baum eingeschlagen ist, abprallte und ca. 10cm vor meinen Füßen landete.
Ansonsten galt bei Susi & Jenny öfter mal das Motto:"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen"...
Weil in dem schönen Mai Tai Valley gegen 17.30Uhr die Sonne verschwunden war, mussten wir unser Spiel leider nach Loch 6/9 beenden. Laut Sigi, der selbst auch erst 10 Spiele hinter sich hat, haben wir uns gut geschlagen für das erste Mal, auch wenn wir an der einen oder anderen Stelle wohl eher einen Acker hinterlassen haben :-). Immerhin waren die meisten Löcher von uns im Schnitt "nur" mit dem doppelten "Par*" beendet. Bei einem Loch lag ich sogar nur 3 drüber - ein sogenannter "Triple Bogey".
Ich kann nur sagen, das Spiel hat Lust auf mehr gemacht und ich werde das sicherlich noch öfter wiederholen.
*Par ist die Anzahl der Schläge, die ein sehr guter Golfer im Durchschnitt für ein bestimmtes Loch benötigt