Punakaiki Beach
Felsschlucht am Pororari River
Doreen schwimmt
Schuhrettung
Osterausflug Teil 1
17.04.2006 von Doreen

Da uns die Westküste mehrfach empfohlen wurde, sollte sie das Ziel unseres Osterkurzurlaubs werden. Eine Unterkunft fanden wir im Punakaiki Cottages Motel im Paparo National Park, knapp 500 Meter entfernt von den bekannten Pancake Rocks.

Die Pancake Rocks

Der Ort Punakaiki ist etwa 300 km entfernt von Nelson und die B6 dorthin führte uns durch wunderschöne Berglandschaften. Die letzten 50 km sind Küstenstraße, die durch Felsklippen, kleine Buchten und buschige Regenwald-Vegetation gekennzeichnet ist. Diese Straße gehört zu den Top 10 der schönsten Straßen der Welt. Der Ort Punakaiki ist fast unscheinbar, er besteht aus ein paar Urlaubsunterkünften und einer Taverne. Unser Motel war so gelegen, dass auf der einen Seite das Meeresrauschen zu hören war, und auf der anderen Seite dieses Rauschen von der riesigen Felswand zurückhallte. Dolby Surround Meeresrauschen sozusagen.

Gleich am Ankunftstag besichtigten wir noch die Pancake Rocks, die wirklich nur 10 Minuten Fußweg von unserer Unterkunft entfernt waren. Die im Meer liegenden Felsen sehen aus wie übereinandergeschichtete Pfannkuchen. Die Entstehung begann vor 30 Millionen Jahren, als sich kalk- und lehmhaltige Elemente im Wechsel auf dem Meeresboden übereinanderschichteten. Durch Erdbeben wurden diese Schichten über den Meeresspiegel angehoben. Die weicheren lehmhaltigen Schichten wurden im Laufe der Jahre durch Wind und Wasser ausgespült.

Außerdem sind durch Erosion Löcher in die Felsen gespült worden, die sogenannten Blowholes, durch welche bei Flut und starkem Seewind das Wasser schießt und angeblich klingt wie ein Zug, der durch einen Tunnel fährt. Leider sind wir nicht in den Genuss gekommen, dem zu lauschen. Wahrscheinlich war das Wetter zu schön. Aber ein toller Anblick war es dennoch, die Wellen gegen die Felsen klatschen zu sehen.

Auf dem Rückweg wagten wir noch einen Blick in die Punakaiki Höhle. Eine kleine Holztreppe führte in ein Loch in einer Felswand und von dort tappten wir in paar Meter im Dunkeln. Unsere zwei Mini LED Taschenlampen waren aber leider zu schwach und Ed sah plötzlich große Spinnen (die vielleicht auch nur Wassertropfen waren). Jedenfalls kehrten wir lieber um und beendeten den Abend mit einem Strandspaziergang.

Pororari River Track

Für den nächsten Tag war eine Wanderung entlang am Pororari River geplant. Ein schmaler Weg führte durch dichtes Grün am Fluss entlang, welcher sich durch eine malerische Felsschlucht schlängelte. Am Kehrpunkt unserer Route haben wir ein Picknick gemacht. Ich hab mir die Chance nicht nehmen lassen und ein kurzes Bad genommen. Die Strömung an der Stelle war stärker als erwartet und ich konnte auf der Stelle gegen den Strom schwimmen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Dieser war etwas anstrengender und hatte ein paar heftige An- und Abstiege. Am Ende stand eine Flussüberquerung auf dem Plan und zwar ohne Brücke stattdessen mit „Schuhe ausziehen und durchs Wasser waten“. Da der Fluss ziemlich breit war, suchten wir eine geeignete Stelle mit einer kleinen Steininsel in der Mitte. Carsten dachte sich auf dem letzten Drittel, dass seine Schuhe ja schon mal den Luftweg ans andere Ufer antreten könnten. Ein Schuh hat es leider nicht geschafft und landete im Wasser. Zum Glück durchquerte Edi den Fluss weiter abwärts und konnte den Schuh auffangen. Mit kalten Füssen und von Sandmücken (Sandflies) zerstochenen Beinen und Händen ging es an der Straße entlang zurück zum Motel.
Den Tag beschlossen wir mit einem Abendessen in der lokalen Taverne.

Ein kleiner Exkurs zu Sandflies:
Diese besonders lästige Plage läuft normalen Mücken unserer Meinung nach problemlos den Rang ab. Diese Mistfiecher sind kleiner, hartnäckiger, summen nicht (glauben wir) und hinterlassen fiese Stiche, wobei man nicht wirklich von Stichen sprechen kann. Ein Blick in Wikipedia verrät einem, dass sie zur Familie der Pool-Sauger gehören, welche die Haut aufritzen (also nicht stechen), und aus dem entstehenden Blut- und Lymphpool sich den Bauch vollschlagen (auch wenn sie bestimmt keinen Bauch haben). Das für uns besonders gemeine ist, dass diese Stellen sehr lange jucken (mehrere Tage bis Wochen), und zwar mal mehr, mal weniger, und wenn man denkt, es ist weg, wieder mehr [Ed].

«zurück zur Übersicht