Vorab erstmal frohe Ostern und als Ostergruß dazu ein Bericht, der die Ereignisse der letzten Wochen zusammenfassen soll. Es hat sich nämlich einiges getan in unserem Inselleben und das soll hier und jetzt mitgeteilt werden, bevor wir uns in den Oster-Kurzurlaub begeben.
Rückblick
Ende des letzten und Beginn diesen Jahres haben Edi und Carsten an einigen Projekten für eine deutsche Firma gearbeitet. Es handelte sich dabei um das Erstellen und auch Ausbessern von Webseiten. Einer der Geschäftsführer wohnt in Nelson auf der Südinsel Neuseelands und arbeitet auch von dort. Die Auftragslage scheint momentan auch ganz gut zu sein und so wurde Edi ein Job als Programmierer angeboten unter der Bedingung, dass wir nach Nelson ziehen.
Die Jobsuche
Carsten und ich begannen also auch mit der Jobsuche in Nelson: Carsten hat Kontakte zu einer Firma geknüpft und einen Termin zum Vorstellungsgespräch bekommen. Mein erster Blick in die Jobangebote in und um Nelson war nicht sehr ermutigend. Im Verhältnis zu Hamilton fiel der Arbeitsmarkt eher klein aus und auf den ersten Plätzen waren Äpfel- und Traubenpflücker. Zudem war ich durch mein Arbeitsvisum eingeschränkt, da dieses nur eine Anstellung bei der Waikato Times in Hamilton für mich vorsah. Nach Erkundigungen beim Immigration Office stellte sich heraus, dass man das Visum auf Jobangebote in der gleichen Branche ausdehnen könne. Das ganze nennt sich Variation of Condition und ist für nur 60 Dollar zu haben. Beim weiteren Recherchieren fand ich dann eine Stellenausschreibung als Design Assistant bei der Nelson Mail. Dort hab ich mich dann beworben und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Die Orientierungswoche
Unter diesen Voraussetzungen sind wir Anfang Februar für eine Woche nach Nelson gefahren, und diese Woche verlief auch sehr erfolgreich. Wir haben Edis neuen Chef und seine Frau getroffen. Die beiden kommen ursprünglich aus einem Dorf namens Schloß Holte im Landkreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Dies sei an dieser Stelle nur erwähnt, weil meine Uroma dort gelebt hat. Die Welt ist klein. Am Dienstag hatte ich mein Vorstellungsgespräch inklusive Test. Und am Mittwoch hatte ich den Job. Ich konnte es selbst kaum glauben. Carstens Vorstellungsgespräch verlief auch ganz gut, dazu schreibt er sicher demnächst selbst was. Dann ging es auf Haussuche, aber auch da gab es einen glücklichen Zufall. Der Chef von Edi hat sich gerade ein Haus gekauft und somit wurde das Haus, in dem er zur Miete gewohnt hatte frei. Wir haben es uns angesehen, am nächsten Tag den Vermieter getroffen und den Mietvertrag unterschrieben.
Der Schock
Glücklich fuhren wir zurück nach Hamilton. Wir hatten jetzt drei stressige Wochen vor uns – von „allen Hausrat loswerden“ in Hamilton bis wieder Neu-Einrichten in Nelson. Als wir jedoch Samstagnacht um ein Uhr in Hamilton ankamen, gab es erstmal ein Schockerlebnis. Bei uns wurde eingebrochen. Die Hintertür war offen. Das Haus war in einem chaotischen Zustand. Alle Wertsachen waren weg. Mein Laptop, Kameras, Videokamera, Festplatten, DVDs, Fotosachen, Stereoanlage, Zelt usw. Außerdem haben die Eindringlinge sämtliche Ladegeräte mitgehen lassen, so dass Dinge wie Rasierer und elektrische Zahnbürste plötzlich nutzlos waren. In den nächsten Tagen hatten wir dann die Polizei zu Besuch und es wurden Fingerabdrücke genommen, wie man es im Film kennt. Leider haben wir nicht wieder von den Herren gehört und wie sie uns sagten – keine Nachrichten sind schlechte Nachrichten. Wir waren nur froh, dass wir Hamilton bald verlassen würden. Wie wir im nachhinein festgestellt haben, scheint es wirklich das gefährlichste Pflaster Neuseelands zu sein.
CSI: Hamilton
von Carsten
Der eine oder andere kennt sicherlich die amerikanische Krimiserie CSI (Crime Scene Investigator). Das sind sozusagen die Leute von der Spurensicherung. So kam ich mir jeden Falls vor, als die Jungs morgens vor unserer Tür standen. Beide mit Ihrem Köfferchen voll Utensilien, auf der Jagd nach Fingerabdrücken. Während der eine sich alle Türen und Fenster anschaute und nach Einbruchsspuren suchte, begann der andere bereits innen Spuren zu suchen. Am vielversprechensten schienen ein paar leere Flaschen zu sein. Da haben die dreisten Einbrecher sich doch direkt an Ed's kostbar importierten Ramazotti vergangen. Insgesamt haben sie scheinbar nur zwei erfolgversprechende Abdrücke gefunden. Einen auf jener Flasche und einen auf dem Fensterbrett, wo die Einbrecher eingestiegen sind. Dummerweise benötigt man natürlich auch einen Abdruck, mit dem man die gefundenen vergleichen kann. Falls die Täter also noch nicht auffällig geworden sind und Ihre Abdrücke bereits schonmal bei der örtlichen Polizeidienststelle "eingereicht" haben, hilft der beste Abdruck natürlich nix. Um die eigenen Abdrücke auszuschließen, wurden auch gleich die Abdrücke von Ed und Doreen abgenommen - ich hatte die Flasche eher nicht in der Hand und darum benötigten sie meine nicht.
Zufällig habe ich zwei Tage später mit unserem Nachbarn gesprochen und der erzählte mir, dass er einen Typen die Strasse hat entlanglaufen sehen, der Fotos von mehreren Häusern gemacht hat - und von unserem auch von Innen! (durch die Fenster) Tja, ich schätze, dass war der Späher.
Bis heute hat sich leider nichts ergeben. Auch eine vor kurzem gestellte Anfrage an die Polizei wartet noch auf Antwort und ich glaube kaum, dass jemals eine kommen wird...