Boxengasse
Western Springs Speedway
Sprintcar
Crash
Western Springs Speedway
03.04.2006 von Carsten

Als wir bei Viv & Andy übernachteten erfuhren wir nebenbei, dass Andy ein passionierter Rennfahrer ist und auch noch sein eigenes Team besitzt. How cool is that?
Als Engineer und Neuseelands Alleinimporteur von "elf" Produkten (französischer Ölkonzern) dachte sich Andy, dass er sich nach Motocross fahren langsam ein etwas harmloseres Hobby zulegen sollte - sozusagen dem Alter entsprechend. Und was kommt einem da als erstes in den Sinn? Klar, mit 150 Sachen in einem Metallkäfig über eine Schotterpiste heizen.

Da wäre also zunächst einmal das Gefährt (macht ihn das zu einem der Gefährten ;-)?). Ein Stahlrohrkäfig mit 4 Rädern und einem 350PS Triebwerk, das auf einem VW Motor basiert, mit Methanol betankt wird und nur etwa 400Kg wiegt. Da die Rennpisten Rundkurse sind, sind die beiden nach Außen gerichteten Räder größer, als die innen in der Kurve. Verständlich? Das erleichtert das Lenken und Manövrieren, da man ja immer nur Links- oder nur RechtsKurven in einem Rennen fährt.

Das ganze nennt sich dann "Midget Racer", welches wiederum auch die Rennklasse definiert. Andy und sein Team haben das komplette Ding selbst entworfen und zusammengebaut - natürlich nach den Regularien und dem Referenzdesign der Rennvereinigung. Andy's Midget Racer ist übrigens der einzige hier, der noch mit einem VW Motor fährt. Viele haben auf amerikanische Motoren gewechselt die etwas mehr PS haben aber auch überhaupt nicht sparsam sind. Viele Vorteile scheinen sie auch sonst nicht zu haben denn Andy's Wagen ist absolut konkurenzfähig!

Wie der Zufall es wollte fand an dem Tag nach dem "Big Day Out" ein großes internationales Rennen in Auckland statt. Dabei waren unter anderem Amerikaner und Australier. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen das mitzuerleben und entschieden uns spontan noch einen Tag länger bei Viv & Andy zu bleiben. Auf dem Western Springs Speedway gab es mehrere Rennen an diesem Tag zu sehen. An einigen nahm Andy teil, andere waren eine andere Rennklasse - die Sprintcars. Die Teile sehen echt schräg aus - im wahrsten Sinne des Wortes. Grundsätzlich sehen die aus wie Midget Racer aber haben oben noch einen Rieeesenspoiler draufgeschraubt, damit sie nicht abheben und den brauchen die auch! Ich habe mich dauernd gefragt wie diese 800PS starken und 580Kg leichten Geschosse um die Kurve kommen. Auf jeden Fall haben die den sattesten Motorsound den ich bis jetzt gehört habe!

In zwei von den zig Rennen ist Andy mitgefahren und hat sich dabei so gut geschlagen, dass er ins Finale gekommen ist. Die Rennen waren alle recht kurz mit 10 Runden und nach ein paar Minuten war der Spuk immer wieder vorbei. Das Finale ging dann über 50 Runden ünd dauerte ca. 15 Minuten. Andy startete auf Position 22 von 24. Während des Rennens arbeitete er sich kontinuirlich nach vorne und war nach 25 Runden bereits auf Platz 16. Respekt, wer hätte das gedacht?! Das ist übrigens Andy's erste Rennsaison sei noch zu bemerken. Leider kam es dann zu einer Massenkarambolage wo 4 oder 5 Autos rausflogen. Leider ist auch Andy jemand in die Seite gefahren und hat den Luftfilter abgerissen. Ende. Den Rest des Rennens musste er sich leider vom Rand aus ansehen. Zwischendurch kam es auch zu ein paar spektakulären Unfällen mit Überschlag - aber immer ohne Verletzte. Nach dem Rennen trafen wir uns dann mit dem Team in der Boxengasse und es wurde mal wieder...richtig, zünftig gegrillt ;-)

Falls mal jemand die Möglichkeit haben sollte sich so ein Rennen anzuschauen - es ist ein Erlebnis wert. Und an einigen Stellen am Kurs sollte man sich vorsehen. Wenn in bestimmten Bereichen in der Kurve kaum ein Zuschauer steht und der Rest voll ist, dann hat das einen Grund ;-) Wenn die Rennwagen nämlich auf dem Clay-Track (Ton) in die Kurve driften und denn noch mal richtig Gas geben heisst es: "Friß Dreck!" :-)

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