Digging out the Hangi
Eating the Hangi
Family Christmas distribution
Veranda
Unser Weihnachtsfest
25.01.2006 von Carsten

Wie in den meisten englisch- sprachigen Ländern, beginnt auch hier in Neuseeland das eigentliche Weihnachtsfest erst am 25. Dezember.

Heilig Abend

Am 24.12. haben wir Besuch von Ed's Freunden aus der Heimat bekommen, Michael aka "Kütti" und seine Schwester Christine. Die beiden machten zu der Zeit gerade einen Neuseelandurlaub und haben einen zweitägigen Stopp in Hamilton eingelegt.

Am frühen Abend sind wir alle zusammen auf die Orini Downs Farm zur Weihnachtsfeier gefahren, zu der hauptsächlich Mitarbeiter und deren Familien eingeladen waren. Da wir ein bisschen früher da waren, haben wir dort noch etwas Vorbereitung betrieben. Hauptsächlich bestand das darin, einen Kühlschrank und Flüssigversorgung auf einen Anhänger zu packen und anschließend kühl zu stellen.

In der zwischen bruzelte das "Hangi" schon seit einigen Stunden. "Hangi" ist ein Erdofen, in dem das Essen gegart wird. Früher wurde dazu ein Loch gebuddelt und Steine im Feuer erhitzt, hier wurde jedoch altes Metall dafür benutzt. Gegen Mittag wurde ein großes Lagerfeuer mit dem Metall darin entfacht. Nachdem das Metall sich eine Weile erhitzt hatte, wurden mit Alufolie und nassen Tüchern umwickelte Metallkörbe mit dem Essen darin, in die Erde eingebuddelt. Das ganze lässt man ca. 3-4h vor sich hingaren, bevor man es wieder ausgräbt. Die nassen Tücher sorgen dabei für die Feuchtigkeit und das Essen wird durch eine Mixtur von Dämpfen und Backofen mit einem Hauch von Räuchern zubereitet.

Zubereitet wurde neben Rind, Lamm und Huhn auch noch Beilagen wie der hier gern gegessene Kürbis und die Kumara (Süßkartoffel). Alles schmeckte sehr lecker und war leicht rauchig. Das touristisch vermarktete Hangi in Rotorua war dagegen ein Witz. Dort gabs ein großes quadratisches Loch aus Edelstahl das mit Gas beheizt wurde, den typisch rauchigen Geschmack gibts dort schonmal gar nicht und ich hätte die Zubereitung auch nicht vom Backofen unterscheiden können.

Auf jeden Fall haben wir uns bis in die Nacht dort amüsiert. Neben ein paar Leuten mit indischen Wurzeln (hier geboren) philosophierten wir auch mit einem Südafrikaner, der vor 3 jahren immigrierte. Hier scheint es sowieso relativ viele Südafrikaner zu geben.

Überachtet haben wir dann in Aranza's & Wally's neuem Haus auf der Farm.


1. Weihnachtstag

Wie wir inzwischen mehrfach erfahren haben, hat kennt die neuseeländische Gastfreundschaft kaum Grenzen und so waren wir auch zum Familienweihnachtsfest von Aranza & Wally eingeladen. An diesem Tag wurden einige Gäste erwartet, da Wally noch 3 Geschwister hat, die alle mit Kindern angereist waren. Insgesamt waren ca. 27-29 Leute dort. Für die Kinder hatte Wally eine aufblasbare Hüpfburg besorgt die auch rege benutzt wurde.

Alle Gäste hatten im Vorfeld Aufgaben bekommen, etwas zu Essen mitzubringen und so gab es - wie es sich für ein anständiges Weihnachtsfest gehört - "heaps to eat". Die meisten von uns reagierten ein paar Tage später darauf mit einer "Lebensmittelallergie", was sich durch Anschwellen des Bauchs bemerkbar machte ;-)

Die Bescherung war natürlich der Höhepunkt des Tages für die Kinder. Wie das aussah kann sich bestimmt jeder vorstellen, wenn 12 Kinder durchs Wohnzimmer toben und Geschenke auspacken und verteilen.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Quatschen, auf der Veranda sitzen und unregelmäßigen Gängen zum Buffet. Am frühen Abend, als alle Familien sich wieder auf den Heimweg machten, haben wir mit Kütti+Christine nochmal die kleine Farmtour im Jeep gemacht.

Es war ein sehr schöner Weihnachtstag und interessant mal ein Weihnachtsfest in einem anderen Land mitzuerleben - obwohl es letzendlich nicht so große Unterschiede gab, zumindest von meinem Standpunkt aus.

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