Carsten auf Ruapane
Klettern mit Kette
Auf dem Gipfel von Mount Pirongia
Hütte und Zelt auf Pirongia
Über Stock und Stein
11.01.2006 von Ed

Nachdem wir bereits unserem Hauspark Pirongia einen kurzen Besuch abgestattet hatten, wollten Doreen und ich jetzt auch den Gipfel besteigen. Kurz vorher hatten wir uns mit neuem Wanderzubehör ausgestattet: Ein neues Zelt und ein neuer Rucksack (beide sorgfältigst nach Gewicht ausgewählt) warteten auf ihre Erprobung.
Wir suchten uns also im Internet eine der möglichen Routen zum Gipfel aus und eine andere wieder herunter. Da Carsten uns nicht begleitete, waren wir mit einem Abholservice gesegnet und mussten nicht am gleichen Ort wieder ankommen. Das erste Stück bewältigten wir jedoch zu dritt. Bereits am Anfang des Tracks machte uns ein Schild darauf aufmerksam, dass dieser nur für Leute mit einer guten Fitness geeignet sei. Na das wird ja spannend. Bereits das Stück bis zum ersten Aussichtspunkt gestaltete sich recht anstrengend, alle paar Meter ging das Gelände von ziemlich steil zu sehr steil über, und damit es nicht langweilig wird, sowohl bergauf als auch bergab. Nach ca. 1,5 Stunden waren wir an einem wunderschönen Aussichtspunkt angelangt, das Wetter war ideal (sonnig mit ein paar Wolken) und wir hatten eine super Aussicht.
Nach einer kleinen Rast verabschiedeten wir uns von Carsten und machten uns auf den weiteren Weg. Und schon fing der Spaß an. Bereits kurz darauf kam ein kleiner Gipfel, der nur mit Hilfe von angebrachten Ketten sicher zu erreichen war. Klettern war angesagt. Als unerfahrene Kletterer fanden wir den Abstieg etwas komplizierter als den Aufstieg. Doreen entschloss sich dabei, eine kleine Akrobatikeinlage zu vollführen. Sie verlor beim Abstieg ihr Gleichgewicht und segelte an der Kette hängend erst mal schön ins Gebüsch. Zum Glück war nix passiert, außer dass unser Adrenalinspiegel etwas in die Höhe geschnellt war. Weiter ging es. Es gab fast kein Stück, wo man von wandern hätte sprechen können. Wir waren nur am klettern: über Wurzeln, Steine, kleine bis mittlere, steile bis fast senkrechte Hänge und durch mehr als knöcheltiefen Schlamm. Dadurch wurde es keine Minute langweilig, da man ständig mit seinem nächsten Schritt beschäftigt war. Nach kurzer Zeit war ich komplett in Schweiß gebadet und vom Schirm meiner Basecap tropfte unablässig der Schweiß. Doreen meinte nur: „Ganz schön anstrengend“, als ich neben ihr um Luft rang . Nicht dass ihr mich falsch versteht, das klettern machte unheimlichen Spaß!
Nachdem wir nach meinem Gefühl zu urteilen dutzende Nebenberge erklommen hatten, kamen wir endlich auf dem Gipfel von Mount Pirongia an. Dort oben gibt es sogar eine Aussichtsplattform von der wir einen atemberaubenden Blick in alle Richtungen hatten. Wir konnten, so kam es uns vor, fast ganz Waikato überblicken. Grüne Wiesen, in der näheren Umgebung die Berge und Wälder vom Pirongia Park und in einer Richtung sahen wir sogar das Meer. Lange konnten wir uns oben jedoch nicht aufhalten, da ein recht kalter und vor allem starker Wind wehte, der uns nach wenigen Minuten zum weitergehen animierte. Von da war es nur noch eine halbe Stunde zu unserer Übernachtungsmöglichkeit, einer Hütte mit anliegenden Zeltplätzen.
Dort angekommen hatten wir die Hütte für uns allein. Gemütlich bauten wir unser Zelt auf, genossen unser Abendessen, wünschten uns eine Flasche Rotwein (die wir nicht hatten), machten ein kleines Lagerfeuerchen und legten uns dann schlafen.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Rückweg. Dieser war zwar wesentlich länger, dafür aber auch ungleich einfacher, da ca. 2/3 des Weges ein recht flaches Gefälle und angenehmer Untergrund waren. Auf dem Rückweg trafen wir einen ca. 50 jährigen Engländer, welcher sich zum Ziel gesetzt hatte, möglichst viele Wanderwege auf Nord- und Südinsel zu erkunden, wobei er sich von Norden nach Süden durchwanderte. Er war bereits mehrere Monate unterwegs und wollte sich auch auf keine Zeit festlegen, wann er denn am Ziel wäre.
Nachmittags trafen wir mit Carsten zusammen, tranken ein leckeres Bierchen direkt vor Ort und genossen den Rest des Tages gammelnd bei uns zu Hause. Unsere Ausrüstung hatte ihre Bewährungsprobe bestanden.

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