... und die Sonne schien und ein neues Jahr begann. Was ich aber eigentlich erzählen wollte ist, dass wir auch in den letzten Wochen und Monaten des nun vergangenen Jahres einiges unternommen haben, von dem wir noch nicht berichteten. Die Schreiblust ist wohl gerad tendenziell auf dem Abstieg, aber vielleicht ändert sich das ja wieder. Hier nun eine kleine Zusammenfassung:
Okura Bush Walk
Einen Tag vor dem Foo Fighters Konzert sind wir nördlich von Auckland den Okura Bush Walk entlanggewandert. Die Strecke machte ihrem Namen alle Ehre und führte durch dicht bewachsenen buschigen Wald an der Küste entlang. Die Strecke war etwas treppenlastig, aber das soll ja gut sein für bestimmte Muskelzonen. Ziel der Wanderung war eine im Jahre 1850 erbaute Hütte. Diese war leider versperrt und verriegelt, da irgendwelche Eindringlinge dort historisch wertvolle Gegenstände entwendeten. Es war jedenfalls ein netter Spaziergang bei dem wir trotz Wind und Wolken Spaß hatten.
Übernachtet haben wir dann in einer Jugendherberge in Orewa. Ed und ich haben dort bei kühlem Wind den Freiluft-Spa ausprobiert. Anschließend waren wir in einem von einer Israeli-Frau geführten italienischen Restaurant essen. Am nächsten morgen gab es noch mehr Wind und leichten Regen. Ich habe es trotzdem geschafft, die Jungs zu einem Küstenspaziergang zu überreden. Naja, ich glaub, sie fanden es trotzdem nicht so toll.
Pirongia Forest Park
Unweit von Hamilton befindet sich der Pirongia Forest Park, welcher nach seinem mit 959 Metern höchsten Berg, dem Mount Pirongia, benannt ist. Bei diesem Berg handelt es sich - wie kann es anders sein - um einen erloschenen Vulkan. Nachdem wir uns jedenfalls mit neuen Wanderschuhen ausgerüstet hatten, wollten wir diese ausprobieren und machten einen Tagesausflug zum Pirongia. Unser Ziel war ein Aussichtspunkt und wir hatten uns wohl eine der schwierigsten Strecken ausgesucht. Es gab einige starke Anstiege, welche noch durch Wurzeln und Felsen erschwert wurden. Die letzten 20 Meter waren dann nur mit Hilfe von angebrachten Ketten zu erklimmen. Oben angekommen blieb die versprochene tolle Aussicht über Waikato hinter weißen Wolken verborgen. Wir sahen wirklich NICHTS. Das Gute daran war: unsere Schuhe hatten ihre Bewährungsprobe bestanden und es war klar, dass wir bei besserem Wetter nochmal wiederkommen würden.
Kiwi 360
So nennt sich jetzt das ehemalige Kiwi Fruit Country an der Ostküste in der Nähe von Tauranga. Der dortige große Kiwi-Aussichtsturm ist ja vielleicht aus Reiseführern bekannt. Dort machten wir jedenfalls in einer Kiwi-Gondel-Bahn eine kleine Rundfahrt durch Kiwi-Plantagen. In der Gegend befindet sich das wohl größte Kiwianbaugebiet Neuseelands. Während unserer kleinen Rundfahrt erfuhren wir einiges über den Kiwianbau. Die Kiwi-Fruit (so wird sie hier genannt, denn Kiwi ohne Fruit ist der Neuseeländer selbst), wurde kommt ursprünglich aus China (chinesische Stachelbeere) und wurde erstmals 1904 hierzulande angebaut. Es gibt drei Sorten: die grünen, die goldenen und die Kiwiberry (oder auch Baby Kiwifruit). Bei der letztgenannten handelt es sich um kleine Kiwis die etwa die Größe von Weintrauben haben. Allerdings gibt es davon nur wenige und diese dann auch nur in teuren Hotels.
Die Kiwipflanzen stehen in Reihen und werden in etwa 1,60m - 1,70m Höhe umgeknickt und an Drähte gebunden, so dass sich eine große überdachte Kiwi-Pflanzenfläche ergibt. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Ja und da ist wieder die Geschichte mit den Bienen. Wenn die Bienen den Pollen der männlichen Pflanze auf die weiblichen Blüten bringen, dann trägt diese irgendwann Früchte. Die männlichen Pflanzen sind weit in der Unterzahl, auf eine männliche Pflanze kommen etwa drei weibliche. Zwischen den Kiwifeldern stehen riesige Baumhecken, die vor Wind schützen sollen. Und zum Schutz vor eventuellem Nachtfrost gibt es Belüftungsanlagen, welche die Luft im Anbaugebiet zirkulieren ließen. Alles sehr interessant.
Dann gab es noch einen geschichtlichen Einblick in Kiwi-Sortieranlagen. Anfangs wurde abgeguckt bei Kartoffelsortieranlagen z.B., aber dann wurden spezielle Maschinen nur für Kiwis gebaut. Dabei wurden die Früchte in die Luft geworfen und je kleiner und leichter sie waren, umso höher und weiter flogen sie bzw. je größer und schwerer sie waren, um so niedriger und kürzer war die Flugstrecke bis in die richtige Kiste. Das sah sehr witzig aus.
Zum Schluss durften wir noch Kiwis kosten, leider nur gelbe und grüne, die wir schon kannten. Babykiwis gab es nicht, dafür Kiwi-Weine und -Liköre.
Oh du schöne Weihnachtszeit
Auch wenn es hier keinen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gab, so gab es doch einige Weihnachtsfeiern. Die Weihnachtsfeier von der Waikato Times fand in einem Nachtclub im Zentrum Hamiltons statt. Es waren etwa 300 Leute vor Ort. Es gab Snacks, so wie Bier und Wein und alkoholfreie Getränke soviel man wollte oder konnte. Schon nach kurzer Zeit bebte die Tanzfläche. Es wurde gesungen und getanzt. Und zum Schluss stellte die Zeitung auch noch Taxen, um alle Mitarbeiter gesund nach Hause zu bringen.
Nicht ganz so wild war die Abteilungs-Weihnachtsfeier, welche eine Woche später im Haus meines Chefs stattfand. Dies war eher ein gediegener Grillabend. Es waren etwa 30 Gäste zugegen, die Leute aus der Design and Production Abteilung mit Partnern. Edi war demnach auch dabei. Das Grillfleisch stellte der Chef, die Frühschicht kümmerte sich um Salate und die Spätschicht sorgte für die süßen Sachen. Und so gab es zu gegrillten (leider ungewürzten) Steaks jede Menge Salate und anschließend reichlich Nachtisch und Kuchen. Wir haben einen Stollen gebacken und er kam auch ganz gut an.
Und was wir zu Weihnachten und zum Jahreswechsel gemacht haben, folgt in Kürze...